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Robert de Niro kam mit dem Film "Der gute Hirte" nach Berlin.

Foto: APA/EPA/Rainer Jensen
Berlin - Die Berlinale hat am Wochenende mit umjubelten Auftritten von Hollywood-Stars Höhepunkte gefeiert. Robert de Niro präsentierte gemeinsam mit Matt Damon seinen CIA-Film "Der gute Hirte". Clint Eastwood stellte seinen Kriegsfilm "Letters from Iwo Jima" vor, der außerhalb des Wettbewerbs läuft.

Überhaupt steht das Programm der 57. Internationalen Filmfestspiele im Zeichen der jüngeren Geschichte. Die deutsch-österreichische Ko-Produktion "Die Fälscher" handelt vom Versuch der Nazis, von KZ-Häftlingen im großen Stil gefälschte Pfund- und Dollarnoten herzustellen zu lassen. Die Gefangenschaft Nelson Mandelas thematisiert der Wettbewerbsfilm "Goodbye Bafana", der am Sonntag Premiere hatte. Dazu kamen Regisseur Bille August und die Hauptdarsteller Dennis Haysbert, Joseph Fiennes und Diane Kruger. Der Film erzählt von der schicksalhaften Beziehung zwischen dem zu lebenslanger Haft verurteilten schwarzen Anti-Apartheid-Kämpfer Mandela und seinem weißen Gefängniswärter James Gregory.

An den 2005 gestorbenen Nazi-Jäger Simon Wiesenthal erinnert das dokumentarische Porträt "I Have Never Forgotten You - The Life and Legacy of Simon Wiesenthal (Ich habe euch nie vergessen - Das Leben und Vermächtnis von Simon Wiesenthal)", das am Samstag lief. Nicole Kidman erzählt die Lebensgeschichte des KZ-Überlebenden, der darum gekämpft hat, dass die Täter aufgespürt und vor Gericht gestellt wurden.

Robert de Niro bereitete sich als Regisseur neun Jahre auf die Verfilmung der Agentengeschichte aus der Gründungszeit des amerikanischen Geheimdienstes vor. Er finde diese Epoche faszinierend, sagte de Niro, der selbst nur eine kleine Rolle spielt. Ihm sei es nicht darum gegangen, die Macht der CIA zu kritisieren. Auf die Frage nach Parallelen des Stoffs zur heutigen Zeit antwortete er, ihm mache es Angst, dass die Kontrolle über Kernwaffen in die falschen Hände gelangen könnte.

"Letters from Iwo Jima"

Eastwoods Film "Letters from Iwo Jima" stand am Sonntag auf dem Berlinale-Programm. Der bereits in den Kinos angelaufene Film "Flags of Our Fathers" zeigt die amerikanische Sicht der Schlacht um die japanische Insel während des Zweiten Weltkriegs, "Letters from Iwo Jima" die japanische Sichtweise.

"Die Fälscher"

Das KZ-Drama "Die Fälscher" stieß beim Berlinale-Publikum auf eher verhaltene Reaktionen. Der zweite der beiden deutschen Wettbewerbsbeiträge, das Ehedrama "Yella" von Christian Petzold, läuft am Mittwoch. "Die Fälscher" basiert auf dem Erlebnisbericht "Des Teufels Werkstatt" von Adolf Burger, den August Diehl darstellt. Der Wiener Regisseur Stefan Ruzowitzky sagte, der Film sei alles andere als Geschichtsunterricht. Ihm sei es darum gegangen, universelle Fragen über den menschlichen Charakter zu behandeln. Die Szenen, in denen die KZ-Häftlinge mit Operettenmusik berieselt werden "und die Remmidemmi-Abende", seien authentisch.

Karl Markovics spielt die Hauptrolle des russischen Geldfälschers Salomon Sorowitsch, der den Nazis die größte staatliche Geldfälschungsaktion aller Zeiten ermöglicht und damit im Konzentrationslager Sachsenhausen sein Überleben und das seiner Helfer sichert. "Er sieht das Leben als Spiel", erklärte Markovics. Diehl verkörpert den idealistischen Kommunisten Burger, der mit Sabotage-Aktionen das Leben der Geldfälscher aufs Spiel setzt.

In die Anfänge des 20. Jahrhunderts führt "Berliner Alexanderplatz". Die restaurierte Fassung der 1979 und 1980 von Rainer Werner Fassbinder gedrehten Fernsehserie stand am Sonntag in der Berliner Volksbühne auf dem Programm. Mit mehr als 15 Stunden Länge ist "Berlin Alexanderplatz" der längste Film, der je auf einer Berlinale zu sehen war. (APA/AP)