Hamburg- Pakistan wirft der Europäischen Union vor, mit unfairen Handelsbedingungen die Eingliederung des Landes in die Weltwirtschaft zu behindern - und damit auch die Bekämpfung des Terrorismus zu erschweren. Sinkende Absatzmöglichkeiten für pakistanische Produkte auf den Weltmärkten führten zu steigender Arbeitslosigkeit in Pakistan, sagte der pakistanische Außenminister Khursheed Kasuri gegenüber der Zeitung "Financial Times Deutschland" (Montag-Ausgabe).

Dadurch erhöhten sie die Anfälligkeit in der Bevölkerung für radikale Ideologien: "Es gibt eine direkte Verbindung zwischen Extremismus und Beschäftigung." Wenn Europa im Anti-Terror-Kampf mit Pakistan kooperieren wolle, seien Handelserschwernisse nicht der richtige Weg, sagte der Minister.

Der jüngste Boom in Pakistan sei an den beschäftigungs- und exportintensiven Branchen vorbeigegangen, hieß es in dem Bericht. Pakistans Textilindustrie, die bis zu siebzig Prozent der Ausfuhren des Landes generiert, sei durch das Ende des früheren Quotensystems 2005 hart getroffen worden. Wegen der stärkeren Konkurrenz aus China mussten viele kleinere Fabriken schließen. Pakistans Textilexporte in die EU seien seit Anfang 2005 um rund elf Prozent gesunken.

Ein geplantes Freihandelsabkommen der EU mit Indien könnte Pakistan gegenüber dem wirtschaftlich überlegenen Nachbarn schwächen, befürchtet Kasuri. "Uns interessiert nicht, was sie mit Indien machen, wir sagen, dass es auch mit Pakistan gemacht werden sollte." (APA/AFP)