Bild nicht mehr verfügbar.

Sybille Bammer und Tochter.

Foto: APA/Winkler
Wien - Die Oberösterreicherin Sybille Bammer ist mit ihrem am Sonntag in Pattaya erreichten Turniersieg die erste Mutter in der WTA-Turniersiegerliste seit Laura Arraya. Die Peruanerin entschied insgesamt drei Turniere für sich, zuletzt im Oktober 1989 die Puerto Rico Open in San Juan. Damals siegte die Amerikanerin unter dem Namen Gildemeister, war sie doch zu dieser Zeit mit dem chilenischen Tennis-Profi Hans Gildemeister verheiratet.

Ansonsten kann man sich selbst bei der Spieler-Vereinigung WTA nur an eine weitere Mutter in der Tour-Geschichte erinnern. Das war mit der Australierin Evonne Cawley-Goolagong freilich eine ganz bekannte. Die ehemalige Weltranglisten-Erste gewann in Folge der Geburt ihrer Tochter Kelly Inala im Jahr 1977 noch 10 ihrer insgesamt 68 Turniere, 28-jährig kam ihr letzter Erfolg gar in Wimbledon. 1981 wurde sie nochmals Mutter und spielte dann noch bis 1983.

Sprung in der Weltrangliste

Bammer ist durch ihren Premieren-Turniersieg in Pattaya in der Weltrangliste der Damen um 14 Positionen auf Rang 47 vorgerückt. Auf ihr Top-Ranking vom vergangenen Juni fehlen der 26-Jährigen nur noch 5 Plätze. Im Race verbesserte sich die Ottensheimerin auf den 24. Rang.

Viel Zeit zum Auskosten ihres Premieren-Erfolgs hat Bammer aber nicht gehabt. 21 Stunden war sie von Pattaya aus unterwegs, ehe sie am späten Montag Vormittag in Antwerpen ankam. Da ist sie schon am Dienstag wieder im Einsatz, trifft in Runde 1 des 600.000-Dollar-Events auf die belgische Wild-Card-Spielerin Caroline Maes. Als mögliche Achtelfinal-Gegnerin steht die Russin Anna Tschakwetadse fest, es wäre eine Australian-Open-Revanche.

Zeitumstellung verweigert

Bammer geht trotz sechs Stunden Zeitunterschied zu Thailand ohne Jetlag in die Partie gegen die Lokalmatadorin, und das verdankt sie einem Trick. Gemeinsam mit Lebensgefährten Christoph Gschwendtner ging die Mutter der fünfjährigen Tina in Pattaya täglich erst um 2 bis 3 Uhr früh zu Bett und schlief bis Mittag, machte so die Zeitumstellung nicht mit. "Das ging nur, weil dort immer erst ab 15:00 Uhr gespielt wurde", erklärte die 26-Jährige.

In ihre nächsten Turniere nimmt Bammer nun natürlich viel Schwung mit. "Ich habe jetzt viel Selbstvertrauen, das Training der letzten zwei Jahre hat sich ausgezahlt." Damit spricht die bisher einzige mit der linken Hand spielende WTA-Turniersiegerin 2007 speziell die Zusammenarbeit mit Jürgen Waber an, der oberösterreichische Landestrainer hatte ihre Betreuung im September 2005 übernommen. Von da an ging es stetig bergauf.

Spiel verbesserungsfähig

Ihr Spiel sieht die Weltranglisten-47. noch in jedem Bereich verbesserungsfähig, auch wenn schon viel weiter gegangen ist. "Ich habe mein Spiel immer ein Stück entwickelt, auch technisch."(APA)