Wien - Der Wiener Wohnbauausschuss will Frank Stronach am Montagnachmittag eine Kaufoption für Grundstücke im Stadtentwicklungsgebiet Rothneusiedl einräumen. Auf diesen plant der Austria-Mäzen ein neues Fußball-Stadion mit 31.000 Sitzplätzen. Die Vorlage dürfte mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ den Ausschuss passieren. Damit kann der Wiener Gemeinderat am 2. März über das Vorhaben abstimmen. ÖVP und Grüne übten Kritik an dem Vorkaufsrecht.

Dieses hat Stronach bis 2015 inne. Nach der Bewertung eines Immobilien-Sachverständigen soll der Austro-Kanadier 120 Euro pro Quadratmeter für die Fläche zahlen, auf der das Stadion inklusive Parkplätzen errichtet wird. Für den Bereich, auf dem ein Einkaufszentrum projektiert ist, sind dagegen 350 Euro zu bezahlen, 180 Euro für Objekte mit sonstiger Nutzung.

Das Vorhaben im Süden Wiens umfasst neben dem Stadion und dem Einkaufszentrum auch die neue U-Bahn-Station Rothneusiedl für die U1 und eine Park&Ride-Anlage. Nach derzeitigem Stand soll die neue Arena 2011 in Betrieb gehen.

SP-Gemeinderat Kurt Stürzenbecher unterstrich in einer Aussendung vor der Ausschusssitzung, dass die Grundstückspreise auf Grund der Bewertung des Sachverständigen zu Stande gekommen seien. Die Länge der Kaufoption bis 2015 verteidigte er damit, dass auch nach dem Beschluss im Gemeinderat noch zahlreiche rechtliche Schritte erfolgen müssten.

Die Wiener ÖVP hatte angekündigt, das Vorhaben im Ausschuss abzulehnen. "Die SPÖ hat nichts aus den Widmungsskandalen der letzten Jahre gelernt", entgegnete Gemeinderat Bernhard Dworak in einer Aussendung. Er sprach von "Husch-Pfusch-Aktion" und "Freunderlwirtschaft".

Auch die Grünen sprachen sich gegen die Vorschläge aus. Planungssprecherin Sabine Gretner beklagte gegenüber der APA, dass Stronach die Kaufoption gratis erhalte. Auch bestehe dafür derzeit keine Notwendigkeit. Außerdem seien die genannten Beträge "Freundschaftspreise", die eine enorme Gewinnspanne enthielten.

Anders sieht das die FPÖ. Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein bestätigte im Vorfeld des Ausschusses, dass man der Kaufoption für Stronach zustimmen werde. Die Grundstückspreise seien marktüblich und man sehe das Projekt grundsätzlich als Gewinn für die Region.(APA)