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Anja Pärson

Foto: Getty/Zoom
Aare - Die große Frage am Dienstag im WM-Riesentorlauf der Damen in Aare (17:00/20:00 Uhr) ist, ob die Festspiele der bereits dreifachen Aare-Weltmeisterin Anja Pärson weitergehen. Oder ob es erstmals seit den Weltmeisterschaften 2003 in St. Moritz, als die Niederösterreicherin Michaela Dorfmeister im Super G und die Kanadierin Melanie Turgeon in der Abfahrt Gold gewonnen haben, eine Weltmeisterin geben wird, die nicht Pärson oder Janica Kostelic (Kroatien) heißt.

Unter der Pärson-Herausforderinnen ist in Nicole Hosp, Kathrin Zettel, Michaela Kirchgasser und Marlies Schild auch ein rot-weiß-rotes Quartett. Damit nicht genug, denn Stockerlplätze haben in dieser Saison auch schon die Finnin Tanja Poutiainen, die US-Amerikanerin Julia Mancuso und die Italienerinnen Nicole Gius, Karen Putzer und Denise Karbon erreicht.

Pärson ist auf einen sechsten und einen zwölften Platz gefahren, zwei Mal fiel sie aus. "Sie hat mit drei Goldenen nichts mehr zu verlieren und im Riesentorlauf das Potenzial für den Topbereich", sagte ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl. Wie die Form der Schwedin in den technischen Disziplinen ist, weiß die Konkurrenz nicht, doch mit der Schwerkraft der drei Goldmedaillen um den Hals sollte es sich auf dem Berg Areskutan auch durch die Riesenslalom-Stangen Richtung Ziel fliegen lassen.

Die zweifache Saisonsiegerin Kathrin Zettel hat ihre Hüft- und Knie-Probleme in den Griff bekommen, allerdings hat sie seit Tagen gegen eine Verkühlung zu kämpfen: "Es ist von Tag zu Tag ein bisschen schlechter geworden, aber im Training hat mich die Erkältung nicht behindert, es ist gut gegangen", sagte die Gewinnerin der Bewerbe in Aspen und auf dem Semmering. "Ich hoffe, dass es mit der Nervösität hinhaut und dass ich auch am Dienstag beweisen kann, was ich heuer schon zweimal getan habe."

Nicole Hosp hat im Kranjska-Gora-RTL ihren einzigen Saisonsieg gefeiert, sie strebt ebenso eine Medaille an: "Ich werde einfach versuchen, gut Ski zu fahren, dann wird es schon hinhauen", sagte die Abfahrts-Dritte. Dass die Österreicherinnen zu den großen Favoritinnen zählen, ist ihr natürlich bewusst. "Aber bis jetzt hat es zu Gold noch nicht gereicht, wir werden das schon noch schaffen. Bei einer WM ist halt nicht immer alles so klar." Sie habe aber ein sehr gutes Gefühl, weil sie sehr gut vorbereitet sei.

Einen dritten Platz und drei Ausfälle in dieser Saison hat Marlies Schild auf dem persönlichen Riesentorlauf-Konto stehen. Die Bronzemedaillengewinnerin in der Kombination kennt für das Nacht-Event nur ein Moto: "Angasen. Es gibt viele, die dieses Rennen gewinnen können, und ich zähle mich auch dazu, wenn ich fehlerfrei bleibe. Die Pärson wird jetzt noch ein bisserl lockerer sein."

Kirchgasser komplettiert das rot-weiß-rote Team, sie hat die Disqualifikation nach der Super-Kombination locker genommen: "Ich habe das erst im Zimmer erfahren. Aber der positive Aspekt ist, dass ich damit als schlechtestes Saisonergebnis weiterhin einen 9. und nicht einen 16. Platz habe." Was die 21-jährige Salzburgerin in Schweden will, ist eine Medaille. "Es zählen nur die Plätze 1, 2 und 3. Nach dem Training hier habe ich ein verdammt gutes Gefühl. Ich hoffe auf einen fehlerlosen Lauf, denn der ist mir in diesem Winter noch nicht gelungen."

Österreichs Damen warten seit 1999 in Vail, als Alexandra Meissnitzer triumphierte, auf WM-Gold im Riesentorlauf.(APA)