Gaza/Brüssel - Nach der Einigung von Hamas und Fatah auf eine Einheitsregierung hat der palästinensische Ministerpräsident Ismail Haniyeh die EU und das Nahost-Quartett zu einem Ende des Boykotts seiner Regierung aufgefordert. Die Europäische Union sowie das Nahost-Quartett aus EU, UNO, Russland und den USA seien aufgefordert, "den Willen der Palästinenser und ihr Bündnis zu respektieren und die Blockade aufzuheben, unter dem das palästinensische Volk lange Monate gelitten hat", sagte der Hamas-Politiker am Montag in Gaza.

Nach blutigen Auseinandersetzungen hatten die regierende Hamas und die Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im saudiarabischen Mekka am Donnerstag die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit vereinbart. Knackpunkt ist jedoch die beharrliche Weigerung der Hamas, Israel anzuerkennen. In der Einigung von Mekka ist lediglich davon die Rede, dass die künftige Einheitsregierung die Abkommen zwischen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und Israel "respektieren" werde, sofern diese nicht palästinensischen Interessen zuwider liefen. Israel, den USA und auch der EU ist das zu wenig eindeutig.

Haniyeh sagte, er erwarte eine schnelle Bildung einer neuen Einheitsregierung. Sobald Präsident Mahmud Abbas nach Gaza zurückgekehrt sei, würden die noch offenen Fragen dazu geklärt, sagte der Hamas-Politiker in einer Fernsehansprache. Abbas ist derzeit in Jordanien, wo er an diesem Dienstag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammentreffen will. Am Montagabend traf der palästinensische Präsident den jordanischen König Abdullah II. Dieser appellierte an die Palästinenser, zu einer einheitlichen Haltung zu gelangen, um in baldige Friedensverhandlungen mit Israel eintreten zu können. Sowohl Israel als auch die Palästinenser sollten günstige Gelegenheiten nicht länger ungenutzt verstreichen lassen. (APA/AP/Reuters)