Frankfurt - Der französische Pharmariese Sanofi-Aventis hat im vierten Quartal mehr verdient als erwartet und für das laufende Jahr weiteres Wachstum in Aussicht gestellt. Zu den Spekulationen um eine Übernahme des US-Rivalen Bristol-Myers Squibb hielt sich Sanofi-Aventis am Dienstag bedeckt.

Sanofi habe im Schlussquartal des vergangenen Jahres einen bereinigten operativen Gewinn von 2,272 Mrd. Euro erwirtschaftet, ein Plus von 12,5 Prozent, wie die Nummer Drei der Arzneimittelbranche in Paris mitteilte. Der bereinigte Nettogewinn habe bei 1,377 Mrd. Euro gelegen. Beide Zahlen übertrafen die Markterwartungen.

Warten auf Zulassung

Überschattet wurden die Ergebnisse aber von der Nachricht, die US-Gesundheitsbehörde werde drei weitere Monate bis zum 27. Juli für eine Entscheidung über die Zulassung des Medikaments Acomplia zu benötigen. Das Mittel zur Gewichtsabnahme gilt als Hoffnungsträger des Konzerns mit erwarteten Spitzenumsätzen von jährlich drei Mrd. Dollar.

Sanofi kam im vierten Quartal auf einen Nettoumsatz von 7,356 Mrd. Euro, ein Plus von fünf Prozent. Für 2007 stellte Sanofi ein Wachstum des bereinigten Gewinns je Aktie ohne Sonderposten wie im Vorjahr in Aussicht. 2006 betrug der Zuwachs beim bereinigten Gewinn je Aktie ohne Sonderposten 5,9 Prozent auf 4,88 Euro. Finanzchef Jean-Claude Leroy äußerte sich eher vorsichtig, vor allem mit Blick auf die Konkurrenz durch kostengünstigere Nachahmer. "Das Jahr wird wegen dieser Phänomene schwierig sein", sagte Leroy.

Zusammenschluss mit Bristol-Myers

Sanofi hat derzeit einen Bestand von 46 Medikamenten-Kandidaten in der Hinterhand, die sich entweder in der Zwischenphase oder aber schon in der letzten Phase der klinischen Überprüfung am Menschen befinden. In den Jahren 2007 und 2008 will der Konzern für zwölf neue Medikamente Zulassungsanträge stellen. Allerdings hatte Sanofi zwei Krebsprojekte gestoppt.

Zu den Spekulationen um einen Zusammenschluss mit Bristol-Myers äußerte sich das Management nicht. Sie waren Ende Jänner von einem Bericht des französischen Finanzblattes "La Lettre de l'Expansion" angeheizt worden. Das Blatt hatte gemeldet, dass Sanofi und Bristol-Myers eine Absichtserklärung über eine Fusion unterzeichnet hätten. Banker hatten allerdings ihre Zweifel daran geäußert, dass bereits irgendeine Vereinbarung getroffen worden sei. Am Samstag hatte die britische Zeitung "The Times" ohne Angabe von Quellen berichtet, dass die Gespräche wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen und wegen des Rechtsstreits über den lukrativen Blutverdünner Plavix der beiden Unternehmen gescheitert seien. (APA/Reuters)