Wien - Die neun österreichischen Mitarbeitervorsorgekassen (MVK) haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006 im Durchschnitt eine Performance von 3,58 Prozent erzielt. Seit Bestehen wurden rund 4,5 Prozent Ertrag erzielt. Das verwaltete Vermögen der Kassen, die seit Jänner 2003 im System der "Abfertigung Neu" die Abfertigungsbeiträge aller Dienstnehmer verwalten, stieg mittlerweile auf mehr als 1,1 Mrd. Euro - nach 696 Mio. Euro 2005, teilte die Plattform der Mitarbeitervorsorgekassen am Dienstag mit.

Über 2 Millionen Arbeitnehmer haben Anwartschaftszeiten erworben. Damit gehören bereits mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer einer Mitarbeitervorsorgekasse an. 2006 hat sich die Zahl der Beitrittsverträge auf 298.895 (2005: 233.545) erhöht.

Forderung nach Neuregelung

Um die "mehr als nur herzeigbare" Performance noch weiter zu steigern, empfehlen die MVK, die Abfertigungsansprüche nicht sofort bei der ersten Gelegenheit auszahlen zu lassen, sondern von der professionellen Veranlagung und der Kapitalgarantie zu profitieren. Allein im Jahr 2006 sei ein Vermögen von über 23 Mio. Euro ausbezahlt worden. Die Mitarbeitervorsorgekassen fordern deshalb von der Bundesregierung eine neue Regelung zur Steigerung der Veranlagungsdauer.

"Solche Auszahlungen in einer derart beträchtlichen Höhe sind derzeit nicht planbar. Außerdem hätte man mit diesem Kapital in Zukunft hohe Zinsen und Zinseszinsen für die Arbeitnehmer erwirtschaften können", so Andreas Csurda Vorsitzender der Plattform Mitarbeitervorsorgekassen. Eine bessere Performance sei im Wesentlichen durch eine höhere Aktienquote erzielt worden, die wiederum von der durch das erwartete Entnahmeverhalten beeinflussten Veranlagungsdauer abhängt.

Ein großer Schritt vorwärts für die breite Marktdurchdringung der "Abfertigung Neu" war das vom Gesetzgeber gestartete Zuweisungsverfahren. Dabei bekamen Unternehmen eine Mitarbeitervorsorgekasse zugeteilt, wenn sie für ihre Mitarbeiter oder Gruppen ihrer Mitarbeiter noch keine ausgewählt hatten. Davon profitieren Unternehmen wie Mitarbeiter, so Csurda. (APA)