Berlin - Die deutsche Regierung schweigt weiter zum Schicksal der beiden deutschen Entführungsopfer im Irak. Bei zuständigen Stellen hieß es am Dienstag in Berlin: "Wir geben im Interesse der beiden Personen keine Details bekannt". Bei den Entführungsopfern soll es sich nach übereinstimmenden Medien-Berichten um eine Frau und ihren Sohn handeln, der als Techniker im irakischen Außenministerium beschäftigt sei.

Die beiden werden seit einer Woche vermisst. Angeblich wurden sie von Bewaffneten aus ihrer Wohnung in Bagdad verschleppt. Nach Angaben der Berliner Zeitung "Tagesspiegel" haben die Geiselnehmer gedroht, den erwachsenen Sohn zu erschießen. Der Vater, ein irakischer Arzt, sei zum Zeitpunkt des Überfalls nicht zu Hause gewesen.

Die deutsche Bundesanwaltschaft hat nach Informationen der Online-Ausgabe der Zeitung "Die Welt" ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Die Entführer würden versuchen, die Bundesregierung zu erpressen. Weder die Bundesanwaltschaft noch das Bundeskriminalamt (BKA) nahmen zu diesem Bericht Stellung.

Die Entführer haben nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" in der vergangenen Woche Kontakt mit einem Familienmitglied in Berlin aufgenommen. Dadurch soll die Regierung von der Entführung erfahren haben. (APA/dpa)