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Von Unternehmen besonders gefragt sind Technik-Absolventen aus dem Uni-Bereich, knapp gefolgt von FH-Technikern.

Foto: AP/Salemi
Wien - Österreich steuert trotz der Hochschulexpansion in den vergangenen Jahren auf einen Mangel an Absolventen von industrienahen technisch-naturwissenschaftlichen Studien zu. Eine am Dienstag von der Industriellenvereinigung (IV) in Wien präsentierte Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) prognostiziert für 2010 eine jährliche Lücke von rund 1.000 Akademikern in den 15 meistgesuchten Studienrichtungen - für IV-Generalsekretär Markus Beyrer eine "gewaltige Dimension". Betroffen sind vor allem die Bereiche Maschinenbau, Elektrotechnik und Werkstoffwissenschaft.

Studienwahl "verbesserbar"

Im vergangenen Jahrzehnt nahmen die Studienabschlüsse in den industrienahen Naturwissenschafts- und Technikstudien zwar stark zu: Vor allem dank der Einführung der Fachhochschulen (FH) stiegen sie von 2.800 im Jahr 1994 auf rund 6.000 heuer und werden im Jahr 2010 in etwa 7.000 betragen. Der Mangel ergibt sich laut Studienautor Arthur Schneeberger aber einerseits daraus, dass das Beschäftigungswachstum in diesem Bereich höher ist als der Absolventenanstieg. Andererseits habe die Expansion zum Teil im "falschen Feld" stattgefunden: So hätten sehr viele ein Architektur- oder Biologiestudium abgeschlossen, die Absolventenzahlen in Bereichen wie Maschinenbau, Technische Physik oder Elektrotechnik seien aber im Vergleich zu vor zehn Jahren sogar gesunken. Die Studienwahl sei "verbesserbar", meinte Schneeberger - im Bereich Architektur oder Biologie gebe es garantiert keinen Absolventenmangel.

Von Unternehmen besonders gefragt sind laut Schneeberger Technik-Absolventen aus dem Uni-Bereich, knapp gefolgt von FH-Technikern. Mit einigem Abstand folgen dann HTL-Absolventen, abgeschlagen sind Universitäts-Absolventen aus den Naturwissenschaften. Keinesfalls entsteht der Mangel übrigens durch die Abwanderung von Absolventen ins Ausland: Österreich sei eher ein Gewinner, wenn man diesem "Brain Drain" ins Ausland den "Brain Gain" durch ausländische Akademiker in Österreich gegenüberstelle, so Schneeberger.

Arbeitsgruppe

Zur Lösung des Problems hat die IV eine Focus Group unter der Leitung von Philips-Österreich-Vorstand Markus Posch eingerichtet. Bisher angedacht worden sei eine bessere Beratung von potenziellen Studenten, Maßnahmen zur Steigerung der Frauenquote in der Technik, eine Zugangssteuerung an den Universitäten, die Herausnahme von Forschern aus der Quote für ausländische Schlüsselarbeitskräfte oder Adaptierungen im Schulsystem, um im Bereich der Zehn- bis 14-Jährigen weniger potenzielle Studenten zu verlieren, so Beyrer. (APA)