Washington - Das Außenhandelsdefizit der USA ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordstand angeschwollen. Die Importe überstiegen die Exporte um knapp 764 Mrd. Dollar (587 Mrd. Euro) nach 717 Mrd. Dollar 2005, wie das US-Handelsministerium am Dienstag mitteilte. Allein für den Dezember verbuchten die Statistiker wegen der Verteuerung von Öl einen unerwartet hohen Fehlbetrag von 61,2 Mrd. Dollar. Die Exporte beliefen sich am Jahresende auf 125,5 Mrd. Dollar, die Importe auf 186,7 Mrd. Dollar.

Der Fehlbetrag in der US-Handels- und Leistungsbilanz wird an den Märkten mit großer Aufmerksamkeit betrachtet. Zur Finanzierung des Fehlbetrags benötigen die USA massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland. Bleiben diese aus, droht eine Dollar-Abwertung mit entsprechenden Auswirkungen für die Weltwirtschaft.

Im besonderen Blick der Märkte steht jeden Monat auch das US-Handelsdefizit mit China. Dieses sank im Dezember auf 19 Mrd. Dollar von fast 23 Mrd. Dollar im November. Für das Gesamtjahr 2006 erhöhte sich das China-Defizit aber um mehr als 15 Prozent auf 232,5 Mrd. Dollar, obwohl die US-Exporte nach China einen neuen Rekordwert erreichten. Die USA werfen China, sich mit einem künstlich niedrig gehaltenen Yuan-Wechselkurs unfaire Vorteile am Weltmarkt zu sichern. (APA/Reuters)