Rom - Die Mailänder Börsenaufsichtsbehörde Consob hat am Dienstag die Führung der beiden Finanzholdings der Gruppe Fiat, Ifi und Ifil zu schweren Strafen verurteilt. Dabei geht es um die Vorgangsweise, mit der die Gründerfamilie Agnelli 2005 nach der Fiat-Kapitalaufstockung die Hausmacht von 30 Prozent bei Italiens größtem privaten Industrieunternehmen wiederhergestellt habe. Die Consob wirft den Fiat-Holdings Kursmanipulationen vor.

In einer wenig transparenten Transaktion hatte die Unternehmerfamilie Agnelli über ihre Finanzholding Exor per Derivatekontrakte Fiat-Aktien erworben. Diese Transaktionen wurden mit der US-Investmentbank Merrill Lynch abgeschlossen. Ifil, deren Beteiligung bei Fiat wegen der Kapitalerhöhung von 30 auf 22 Prozent verwässerte, erwarb die Kontrakte zu 6,50 Euro pro Aktie

Nach italienischem Übernahmerecht ist ein öffentliches Übernahmeangebot bei einer Beteiligung von 30 Prozent und mehr Pflicht. Bei Ifil argumentiert man hingegen, dass die 30-prozentige Beteiligung nur wiederhergestellt und nicht neu eingegangen wurde.

5 Millionen Strafe

Der Präsident der Fiat-Finanzholding Ifil, Gianluigi Gabetti, wurde sechs Monate lang von seinem Amt suspendiert und wird eine Strafe von fünf Mio. Euro zahlen müssen. Das Aufsichtsratmitglied von Ifi, Franzo Grande Stevens, wurde vier Monate lang suspendiert und zur Zahlung von zwei Mio. Euro verurteilt. Der Geschäftsführer der Ifi, Virgilio Marrone, wurde zwei Monate lang suspendiert und muss 500.000 Euro zahlen. Die Holding Ifil Investment Spa wird h 4,5 Mio. Euro zahlen müssen, die Holding Giovanni Agnelli e C. muss drei Mio. Euro hergeben.

Der Ifil-Aufsichtsrat reichte Einspruch bei einem Berufungsgericht in Turin gegen die Consob-Strafen ein. ''Die von Ifil 2005 in die Wege geleitete Operation hat den italienischen Gesetzen entsprochen und war keineswegs eine Marktmanipulation", kommentierte der Vizepräsident von Fiat, John Elkann. Er erklärte sich mit den suspendierten Managern solidarisch. (APA)