Wien/Hörsching - Im Jahr 2007 muss der Autozulieferer zwar Altlasten verdauen und mit einem Umsatzrückgang wegen Auftragsausfällen von vor drei Jahren leben, mittelfristig verspricht der 2006 an die Wiener Börse gegangene Konzern aber wieder Zuwächse - durch weitere Akquisitionen sowie indirekt auch durch den Druck der Politik auf Autohersteller, die Fahrzeuggewichte zu verringern. Dies sagte Manuel Taverne, Investor-Relations-Chef der Polytec-Gruppe im Gespräch mit dem Standard.

2006 setzte die Gruppe 525 Millionen Euro um, das Ebit betrug zwischen acht und neun Prozent (die Bilanz wird Ende März vorgelegt). Die 2005 übernommene Findlay-Gruppe verlor damals Aufträge von Ford und GM, die 30 Mio. Euro werden heuer fehlen. Ab 2008 sei wieder Wachstum zu erwarten, man habe große Order von VW und GM bekommen, die entsprechend der branchenüblichen Zyklen spätestens in drei Jahren umsatzwirksam würden.

Polytec stellt Kunststoff- und Naturfaserteile für Innen- und Motorräume von Pkw her, ebenso wie Teile für Lkw-Karosserien oder Pistenfahrzeuge sowie Maschinen für die Kunststofferzeugung. Man betreibt Werke mit insgesamt 3600 Mitarbeitern in elf Ländern. Kernaktionär (32 Prozent) ist Gründer und Firmenchef Friedrich Huemer.

Weitere Akquisitionen seien auf jeden Fall zu erwarten, sagt Taverne, konkrete Projekte will er nicht nennen. "Es sind aber Firmen mit Jahresumsätzen zwischen 100 und 500 Millionen Euro auf dem Markt." Einkäufe müssten neue Kunden (vor allem asiatische) bringen oder ergänzende Tätigkeitsfelder.

Einen Wachstumsschub erwartet Polytec mittelfristig auch aus der aktuellen CO2-Debatte, man arbeite am Ersatz vom Metall- durch Plastikteile in Motoren (Beispiel: Ölwannen), um diese leichter und somit sparsamer zu machen. (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.2.2007)