Wien Etwa sechs Wochen nach dem Raubmord an einem Wiener Taxilenker, tappt die Polizei völlig im Dunkeln. Nach dem ersten Hinweis auf einen möglichen Verdächtigen, gibt es keine weiteren Spuren. Bei dem damaligen anonymen Anruf könne es sich auch um einen Scherz gehandelt haben, sagte eine Ermittlerin zur APA. Der DNA-Abgleich aus dem Fahrzeug des Ermordeten brachte ebenfalls keine Anhaltspunkte. "Es kann jeder der Täter sein", meinte die Beamtin. Auch ob es sich bei dem Mörder um einen Mann oder eine Frau handle, sei völlig unklar.

Im Jänner meldete sich bei der Polizei ein angeblicher Kollege des Ermordeten, der in der Nähe des Tatorts einen auffälligen Mann beobachtet haben wollte, der hektisch versuchte, stadteinwärts fahrende Taxis aufzuhalten. Er beschrieb den Verdächtigen als 20- bis 25-jährigen Mann mit dunklem Kurzmantel und Stoppelglatze oder kurz rasierten Haaren.

Seit dem ersten anonymen Anruf habe es keine Hinweise mehr in diese Richtung gegeben, erklärte die Kriminalistin. Auch der Taxilenker habe sich nach öffentlichen Aufforderungen nicht mehr gemeldet. Möglicherweise habe es sich bei dem Hinweis nur um einen Jux gehandelt oder der Mann habe seine Beobachtung selbst nicht sehr ernst genommen. Unerfreulich ist auch die negative DNA-Auswertung aus dem Fahrzeug des Ermordeten. Es gebe so viele überlappende Spuren, dass kein Vergleich mit anderem DNA-Material möglich sei, erklärte die Kriminalistin.

Der Wiener Taxilenker wurde am 30. Dezember in der Früh in Wien-Donaustadt in seinem Fahrzeug angeschossen. Ein Botenfahrer entdeckte den Mann mit einem Kopfschuss in seinem blauen Mercedes in der Erzherzog Karl-Straße. Fünf Tage später starb der zweifache Vater im Donauspital an seinen Verletzungen. (APA)