London - US-Forscher haben möglicherweise eine Schwachstelle im AIDS-Virus entdeckt, die Ansatzpunkt für eine Impfung gegen die tödliche Immunschwäche sein könnte. Wie sie im britischen Wissenschaftsmagazin "Nature" berichten, zeigten Aufnahmen auf atomarer Ebene, dass sich bei dem äußerst wandelbaren Virus die Spitze eines Dorns, der zum Andocken an Körperzellen benutzt wird, nicht verändert.

Dies könne "eine Lücke in der Rüstung des HI-Virus" sein, schreiben die Forscher des Nationalen US-Instituts für Allergien und ansteckende Krankheiten. Sie sprachen von "einer kritische Stelle der Verletzlichkeit des Virus, die wir möglicherweise mit Impfstoffen angreifen können".

Das HI-Virus mutiert ständig. Außerdem hat es eine Art Schutzhülle aus Zucker-Molekülen, die Antikörper daran hindert, sich an das Virus zu binden und es unschädlich zu machen. Versuche, einen Impfstoff zu entwickeln, waren möglicherweise deshalb in den vergangenen 20 Jahren nicht erfolgreich.

Unveränderlich

Durch ihre Aufnahmen auf atomarer Ebene machten die US-Forscher nun eine zugängliche Stelle aus, die sich nicht verändert und damit angreifbar ist. Es handelt sich dabei um einen Teil des Glykoproteins 120 (GP120) und kann durch einen b12 genannten Antikörper lokalisiert werden. B12 wird bei Menschen gefunden, die das im Körper befindliche Aids-Virus sehr lange in Schach halten können.

Wayne Koff von der Internationalen AIDS-Impf-Initiative (IAVI), von der die Forschungen unterstützt wurden, sagte zu der wissenschaftlichen Arbeit, die Entdeckung habe viel versprechende Wege im Kampf gegen das Virus eröffnet. "Diese Arbeit legt eine mögliche Verletzlichkeit von HIV offen, die uns einen wichtigen Hinweis für die Richtung bei der Entwicklung neuer Impfstoff-Konzepte gibt." (APA)