Die Fluchtgefahr im Fall Helmut Elsners besteht nicht darin, dass er sich nach Rio absetzen könnte, um dort ein Luxusleben an der Copacabana zu führen (dort wäre übrigens die Gefahr, ausgeraubt oder umgebracht zu werden, ziemlich groß). Sondern sie ergibt sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft daraus, dass er sich unter Bezug auf seine Herzerkrankung auf Dauer seinem Prozess entziehen könnte. Sozusagen Flucht in die Krankheit. Die ist allerdings auch in Österreich möglich, sofern objektiv eine genügend ernsthafte Erkrankung vorliegt und Elsner von einem Gerichtsgutachter die Haft und - wichtiger noch - die Prozessuntauglichkeit attestiert bekommt. Dass Elsner jetzt zur allgemeinen Befriedigung nach Österreich geholt wurde, sagt noch gar nichts. Außer vielleicht, dass er jetzt die "Luxusvilla" in Südfrankreich mit der Krankenstation im Grauen Haus vertauschen musste. Laut seinem Anwalt hatte Elsner einen dreifachen Bypass, also eine schwere Herzoperation, geplant. Wenn die jetzt in Österreich durchgeführt wird, ist es wohl nichts mit einem baldigen Prozessbeginn. Aber das ist ungewiss. Sicher ist vorläufig nur, dass Elsner wieder da ist, und das genügt manchen ja. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 15.2.2007)