Ramallah - Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) wird am Donnerstag wider Erwarten keine Rede über die angestrebte Einheitsregierung halten. Ein Regierungsvertreter führte die überraschende Absage am Mittwoch auf einen Disput mit der radikal-islamischen Hamas zurück. Eigentlich hatte Abbas dem Volk die geplante Zusammenarbeit von Hamas und seiner Fatah-Bewegung erklären wollen. Danach sollte er in den Gazastreifen reisen, um dort das Rücktrittsgesuch von Ministerpräsident Ismail Haniyeh, einem Hamas-Politiker, anzunehmen.

Einige Hamas-Vertreter hatten zuletzt erklärt, Haniyeh werde erst dann zurücktreten, wenn er und Abbas alle noch offenen Punkte geklärt hätten. Ein palästinensischer Regierungsvertreter sprach nun aber von "inakzeptablen Bedingungen", die die Hamas gestellt habe.

Auf die Bildung einer Einheitsregierung hatten sich Hamas und Fatah nach monatelangem Ringen unlängst in Mekka verständigt. Mit der Zusammenarbeit soll der Gewalt zwischen den beiden Gruppen in den Palästinensergebieten eine Ende gemacht werden. (APA/Reuters)