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Schwedens König Carl XVI Gustaf, seine Gemahlin Königin Silvia und Österreichs Weltmeisterin Nicole Hosp hatten ihre Hetz im "Tirol Berg".

Foto: REUTERS/Erich Spiess
18 Grad unter Null zeigte am Mittwoch in der Früh das Thermometer im Auto. Um die Mittagszeit, als die österreichischen Skiherren ins Riesenslalomdebakel plumpsten, hatte es fünf Grad, und tags zuvor im Tirol Berg war es richtig heiß gewesen. Schon am Nachmittag herrschte freudige Erregung im aus uralten Tiroler Holzbrettern auf Containern errichteten Zentrum der Gastlichkeit. Dabei war da noch lange nicht heraußen, dass die Außerfernerin Nicole Hosp die Skination herausreißen und Tirol mit Gold beglücken würde.

Ein "Briefing für den König" war angesetzt. 12 Tage lang hatten die Tiroler vergeblich auf Carl XVI. Gustav gewartet. Am Dienstag sollte er wieder einmal erscheinen. Um 22:20 Uhr erschien er tatsächlich, quasi als Erlöser. Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit Gemahlin. Die Tür ging auf. Das Königspaar trat ein. Stille bemächtigte sich des Raums. Josef Margreiter, dem Chef der Tirol Werbung und Königswarter der ersten Stunde, war es nicht vergönnt, dem Triumph im Königrufen beizuwohnen. Er weilte bereits auf seiner Almhütte in den Tiroler Bergen. Wie jeden Abend wimmelte es im Tirol Berg vor Prominenz, aber Carl VXI. Gustav und Silvia zogen in ihrer Unaufgeregtheit alle in ihren Bann, selbst Michaela Dorfmeister, und selbst dann, als sie Abba, Ambros oder das Innsbrucklied auflegten und eine schwedische Partie jodelte.

Silvia freute sich zu hören, dass es Carl Gustav und Silvia, den beiden Elchen, die Schwedens Königspaar vor einem Zeiterl dem Innsbrucker Alpenzoo geschenkt hatte, gut gehe. In den Genuss des mit einem Schuss Selbstironie gepflegten Rituals, jede halbe Stunde das Lied vom "Land, dem ich die Treue halte" anzustimmen, kamen die hochwohlgeborenen Gäste nicht. Da war das Protokoll dagegen. (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 15. Februar 2007, bez)