Linz - Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖGKK) hat 2006 nach vorläufigen Zahlen ein positives Ergebnis von 7,8 Mio. Euro (2005: 11,2) erzielt. Für heuer wird aber ein Minus von 29 Mio. erwartet. Die OÖGKK machte in einer Presseaussendung am Donnerstag niedrige Lohnabschlüsse dafür verantwortlich.

Der Überschuss entspricht 0,5 Prozent der Gesamtausgaben, die bei 1,506 Mrd. Euro zu liegen kommen dürften. "Unser oberstes Ziel ist es nicht, Gewinne zu erwirtschaften", betonte OÖGKK-Obmann. An erster Stelle stünden zufriedene Versicherte und die bestmögliche Gesundheitsversorgung für Oberösterreich samt einem ausgeglichenen Ergebnis.

Wie Direktor Hans Popper erläuterte, seien die Prognosen der Gebietskrankenkasse in den vergangenen Jahren "immer vorsichtig, aber sehr exakt" gewesen. Er ist vorsichtig optimistisch, dass auch das Ergebnis 2007 etwas besser ausfallen könnte als im Voranschlag berechnet. Ein Gewinn erscheine aus heutiger Sicht aber ausgeschlossen. Die Medikamentenkosten würden nach ersten Analysen heuer wieder einen starken Kostendruck zeigen, so die OÖGKK. Bei den Zahlen an den Spitalsfonds werde die gute Beitragsentwicklung 2006 zu einem Nachzieh-Effekt von mehreren Mio. Euro im heurigen Jahr führen.

Im Vorjahr nahm die OÖGKK um 1,5 Prozent mehr ein als veranschlagt. Die Wirtschaftsentwicklung in Oberösterreich habe unterstützend gewirkt, erklärte Popper. Die Versicherungsleistungen, die 1,45 Mrd. Euro ausmachen, liegen um gerade 0,09 Prozent über dem Plan.

Verschlechterungen beim Ausgleichsfonds

Besonders belastet wurde die OÖGKK nach eigenen Angaben durch weitere Verschlechterungen beim Krankenkassen-Ausgleichsfonds. Während die Zahlungen an den Fonds auf 25,4 Mio. Euro gestiegen seien, bekomme man nur mehr 4,1 Mio. aus dem Fonds zurück. 2005 seien es noch 9,9 Mio. Euro gewesen. Oberösterreich stehe zur Solidarität unter den Krankenkassen, betonte Stöger: "Wir haben in unserem Bundesland aber auch erhebliche Strukturnachteile gegenüber anderen, etwa die höchste Belastung bei den Spitalskosten, die meisten beitragsfrei Mitversicherten und nicht zuletzt auch einige sehr strukturschwache Regionen." Der Ausgleich solle dazu dienen, solche Unterschiede auszugleichen und nicht bloß Finanzlöcher zu stopfen, kritisierte der Obmann die "ungerechte Geldverteilung" durch den Hauptverband.

Die Beitragseinnahmen stiegen 2006 insgesamt um 4,6 Prozent. Besonders die Erwerbstätigen-Beiträge mit einem Wachstum von 4,9 Prozent trugen dazu bei. Die Medikamentenausgaben erhöhten sich um 6,4 Prozent. Der laut OÖGKK "größte Brocken" bei den Ausgaben, der gesetzlich festgelegte Spitalsbeitrag, stieg um 3,9 Prozent auf über 452 Mio. Euro. Die Verwaltungskosten blieben mit einem Plus von 2,3 Prozent unter der Kollektivvertrags-Erhöhung. Gemessen an den Gesamtaufwendungen liege der Verwaltungsaufwand bei nur mehr 2,4 Prozent, so die Gebietskrankenkasse. (APA)