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"Effizienzprogramm" - ein schönes Wort für Entlassungswelle. Immer mehr Firmen splitten ihre Unternehmen in kleinere Einheiten auf, verscieben ihre Angestellten in andere Kollektivverträge, lagern Arbeit aus und wollen so Geld sparen.

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Der Streit um den Umbau der Deutschen Telekom wird heftiger. Die Gewerkschaft ver.di warf dem Vorstand des Bonner Konzerns am Donnerstag vor, die Beschäftigten zu brüskieren. "Offenbar sucht die Unternehmensführung die Konfrontation mit den eigenen Beschäftigten und der Gewerkschaft. Damit gerät die Arbeitsfähigkeit des gesamten Unternehmens ernsthaft in Gefahr", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder am Donnerstag in Berlin.

Vorstand will nicht reden

Der Vorstand schlage das Kooperationsangebot von ver.di zu einer gemeinsamen Serviceoffensive offensichtlich aus und halte an den Umbauplänen zu Lasten der Beschäftigten fest. Das gehe aus einem aktuellen Telekom-Schreiben an die Beschäftigten hervor.

T-Service-Sparte

In dem Schreiben bekräftigt die Unternehmensführung laut ver.di ihre Absicht, an der Gründung der umstrittenen T-Service-Sparte festzuhalten. Die Beteuerungen, dass mit der Ausgliederung keine Verkaufsabsichten verbunden seien, sind aus Sicht von ver.di unglaubwürdig.

Filetieren

Bereits jetzt würden immer wieder Unternehmensteile veräußert. Offensichtlich verfolge das Management das Ziel, den Konzern zu filetieren und reif zu machen für einen Teilverkauf, meinte Schröder. Er kündigte massiven Widerstand von Beschäftigten und ver.di gegen Auslagerungspläne und Lohnkürzungen an. "Eine Zerschlagung der Telekom ist mit uns nicht zu machen", betonte er.

"Effizienzprogramm"

Geleitet wird das konzernweite Effizienzprogramm in der Deutschen Telekom vom bisherigen T-Mobile-Österreich-Chef Georg Pölzl, der als "Sonderbeauftragter des Vorstands" nach Bonn berufen wurde.(APA/dpa)