Rom - Die italienische Polizei hat in der Nähe von Padua ein linksextremistisches Waffenarsenal entdeckt. Beschlagnahmt wurden Kalaschnikows, Gewehre und Pistolen sowie zahlreiche Munition, berichtete der italienische Vize-Innenminister Mario Minniti dem Parlament in Rom. Das Waffenarsenal gehört angeblich Mitgliedern der neuen Generation der linksextremistischen Terrorgruppe "Roten Brigaden", die diese Woche festgenommen worden sind.

Solidarität mit möglichen Anschlagsopfern

Die Regierung erklärte sich mit dem italienischen Oppositionschef Silvio Berlusconi und mit anderen Personen solidarisch, die laut den Ermittlern als mögliche Anschlagsopfer der Terroristen galten. Als eines der konkreten Vorhaben der Rotbrigadisten galt ein Attentat auf zwei Manager des Mailänder Industrieunternehmens Breda, dem sie Asbestverseuchung vorwerfen. Die 15 mutmaßlichen Linksterroristen planten Anschläge auch auf Journalisten und Wirtschaftsfachleute, sowie auf Berlusconis Mediengruppe Mediaset.

Alfredo Davanzo im Zentrum der Ermittlungen

Ideologischer Kopf der in drei Zellen in Turin, Mailand und Padua aufgeteilten Bande war offenbar ein 50-Jähriger, der seit langem gesuchte Linksextremist Alfredo Davanzo, der 1998 in Frankreich festgenommen, doch kurz darauf wieder auf freien Fuß gesetzt worden war. Er hatte schon früher bei den Roten Brigaden mitgemacht. Er erklärte sich als "revolutionärer Kämpfer". Bei Durchsuchungen in den vergangenen Tagen hatten die Ermittler in verschiedenen Verstecken gestohlene Autos und Nummernschilder, gefälschte Dokumente, Polizeiuniformen und automatische Waffen entdeckt. Sichergestellt wurden auch Propagandamaterial und CDs, berichtete der Minister.

Als neue Strategie hätten die neuen Roten Brigaden die Unterwanderung der stärksten italienischen Gewerkschaft CGIL begonnen, berichteten die Ermittler. Mehrere Inhaftierte seien CGIL-Aktivisten gewesen. In diesem Zusammenhang warnte der italienische Regierungschef Romano Prodi am Donnerstag die Gewerkschaften vor infiltrierten Linksextremisten. Die Gewerkschaften müssten ihre Mitglieder strenger kontrollieren, betonte Prodi. (APA)