"Sollen wir?" Die Gesellschaftsredakteurin des Formats lächelte spitzbübisch: Das Handy, das da auf den Boden geglitten war, war das von Richard Lugner. Und ganz uninteressant wäre es wohl nicht, Baumeisters Telefonbuch aufs eigene Handy zu kopieren. Oder online zu stellen. Erst recht, weil Paris Hilton dereinst mit ihrem Telefonverzeichnis ja ähnliches passiert war - und man hier, beim Warten auf Wondergirl, eh nix besseres zu tun hatte.

Aber Wien ist halt nicht die große weite Welt. Und Lugner in jener Disziplin Regionalliga, in der Hilton amtierende Weltmeisterin ist. Und so gab Gabriela Schnabel - die Format-Dame - Lugners Handy in der Nacht auf Donnerstag dem ohnehin entnervten Baumeister dann in Bernd Schlachers "Motto" doch zurück.

Lugner musste warten

Es war nicht Lugners Nacht: Während sich im Motto am Mittwoch ab 21 Uhr Crethi & Plethi (Niki Lauda, Marika Lichter et al.) bei Schlachers jährlicher Valentinstag-Party versicherten, nicht wegen Paris Hilton gekommen zu sein und sich Eva & Christoph Dichand, Christian Rainer und Alexander Wrabetz sowie journalistisches Fußvolk über Schlachers gut gemeinte "No Press"-Ankündigung amüsierte, musste Lugner draußen warten: Der Wirt hatte seiner Bekannten Hilton ("eine längere und vor allem private Geschichte. Punkt") nämlich tatsächlich ein Fest im (halbwegs) privaten Rahmen ausrichten wollen. Und als das, was in Wien fast jeder wusste, aber (weil Wien halt nicht die große weite Welt ist) halt nicht groß ausposaunt wurde, von Österreich am Wochenende als "geheimer" Hilton-Tipp verkündet worden war, war ein Gewitter über Schlacher hereingebrochen: "Ich könnte für 2000 Leute anbauen." (Das Motto fasst 200 Personen). Ergo wies Schlacher die Türsteher an, wirklich nur einzulassen, wer auf der Liste war - und Lugner stand nicht drauf.

Freilich: Auch wenn die im Lokal versammelten Medienmanager den Wirt förmlich beknieten, Lugner - einfach wegen der besseren Geschichte - nicht einzulassen, schaffte es der Baumeister gegen 23 Uhr doch. Und konnte (als er sein Handy wieder hatte) "live" berichten, was im Hotel Hilton gerade (nicht) geschah: "Sie ist am Zimmer." - "Alle warten in der Lobby." - "Sie ist immer noch im Zimmer." - "Jetzt geht sie runter." - "Sie fahren gleich los."

Gegen ein Uhr früh traf Hilton vor dem Motto ein. Prompt brach rund um sie die übliche Massenschlägerei zwischen Kameraleuten, Fotografen und Sicherheitskräften aus. Hilton marschierte - im Auge des Orkans, das Handy fest am Ohr - quer durchs Lokal, verschwand in einem eigens für sie adaptierten Raum und ignorierte die an der Schwelle rangelnden Bildreporter.

Mitten im Lokal stand die Soul-Sängerin Dorretta Carter und kam aus dem Lachen nicht heraus. Dann variierte sie James Brown: "Man made the cars to take us over the road, man made the trains to carry heavy loads, man made electric light - so we can see Paris Hilton." (DER STANDARD print, 16.2.2007)