Madrid - Die spanische Großbank BBVA kauft für 9,6 Mrd. Dollar (7,3 Mrd. Euro) das US-Geldhaus Compass Bancshares. Wie die Spanier am Freitag mitteilten, werde der Kaufpreis gemischt in bar und Aktien gezahlt.

Zur Finanzierung der Übernahme werde BBVA 196 Millionen neuer Aktien ausgeben und seinen fünfprozentigen Anteil an dem Versorger Iberdrola verkaufen.

Iberdrola-Beteiligung wird verkauft

Zur Finanzierung der Übernahme die BBVA jetzt andere Beteiligungen verkaufen. Zum Verkauf stehe insbesondere der gesamte 5,01-Prozent-Anteil am spanischen Versorger Iberdrola. Hierfür werde ein Buchgewinn von 844,4 Mio. Euro erwartet, hieß es.

Außerdem will die BBVA zur Finanzierung des Kaufs 196 Mio. neue Aktien ausgeben. An der Börse stießen die Pläne auf wenig Begeisterung: Die BBVA-Aktie verlor zunächst rund vier Prozent auf 19,19 Euro.

BBVA bietet den Aktionären der US-Bank entweder 71,82 Dollar je Compass-Anteilsschein oder 2,8 der in den USA gelisteten BBVA-Hinterlegungsscheine (ADRs). Gegenüber des durchschnittlichen Aktienpreises der US-Bank der vergangenen zehn Tage sei dies ein Aufschlag von 16,1 Prozent. Insgesamt will BBVA 48 Prozent des Kaufpreises in bar und 52 Prozent durch die Ausgabe der neuen Aktien begleichen.

Den Angaben zufolge verfügt Compass Bancshares über Einlagen von rund 34,2 Mrd. Dollar. Die Bank hat 415 Filialen in den Bundesstaaten Alabama, Arizona, Colorado, Florida, New Mexico und Texas und zählt sich selbst zu den 30 größten Banken des Landes. Für das Jahr 2006 hatte das Institut jüngst einen Rekord-Gewinn von 460,4 Mio. Dollar ausgewiesen.

Die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) war im vergangenen Jahr erstmals auf dem US-Bankenmarkt aktiv geworden und hatte Banken in Texas gekauft. Damit will die BBVA von den Geldströmen zwischen den USA und Mexiko profitieren. In Mexiko besitzt die BBVA bereits die landesgrößte Kreditbank. (APA/Reuters)