London - Ein zwei Wochen alter jüdischer Bub ist kurz nach seiner Beschneidung in London gestorben. Wie die britische Polizei am Freitag mitteilte, erlitt das Baby nach dem Eingriff einen Herzinfarkt und hörte auf zu atmen. Es wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo es eine Woche später starb. Zum Zeitpunkt der Beschneidung war der Bub acht Tage alt gewesen.

Sein Tod werde als "unerwartet" eingestuft. Eine Untersuchung habe Herzstillstand und eine Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr des Gehirns als Todesursache ergeben, teilte die Polizei mit. Der Sprecher einer jüdischen Vereinigung in Großbritannien wurde im "Daily Telegraph" vom Freitag mit den Worten zitiert, es gebe "keinen kausalen Zusammenhang" zwischen dem Tod des Buben und der Beschneidung.

"Unglückliches Zusammentreffen zweier Ereignisse"

Mit dem Eingriff am achten Lebenstag treten jüdische Buben symbolisch in einen Bund mit Gott ein. Der Sprecher gab an, die Beschneidung sei von einem Fachmann vorgenommen worden, der dafür offiziell zugelassen war. "Mehr als 2.000 Beschneidungen männlicher Babys werden jedes Jahr in Großbritannien vorgenommen. Es handelt sich dabei um eine sehr etablierte, geregelte Praxis in Bezug auf die medizinische Ausbildung. Dies war ein unglückliches Zusammentreffen zweier Ereignisse", fügte er hinzu.(APA/AFP)