Teheran - Ungeachtet eines an diesem Mittwoch ablaufenden UN-Ultimatums hält der Iran an seiner umstrittenen Urananreicherung fest. "Für die Einstellung der Anreicherung gibt es weder einen rechtlichen noch einen vernünftigen Grund und daher wäre sie inakzeptabel", sagte Außenamtssprecher Mohammad Ali Hosseini am Sonntag in Teheran. Dennoch sehe er weiteren Spielraum für Verhandlungen. Am vergangenen Wochenende bei der Sicherheitstagung in München begonnene "fruchtbare Gespräche" zwischen Chefunterhändler Ali Larijani und EU-Chefdiplomat Javier Solana "könnten fortgesetzt werden".

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat dem Iran mit Sanktionen gedroht, sollte er nicht bis zum 21. Februar sein Urananreicherungsprogramm einstellen. Er fürchtet, dass Teheran Atombomben bauen will. Teheran bestreit das. Der geistliche Führer Ayatollah Ali Khamenei hatte am Samstag den Anspruch des Irans auf eine eigene Atomtechnik bekräftigt. Er unterstrich, die Öl- und Gasvorkommen seines Landes seien nicht unerschöpflich. Es benötige alternative Energiequellen, um nicht vom Westen abhängig zu werden.

Syrien und Iran einig in Ablehnung der USA

Unterdessen bekräftigten Syrien und der Iran ihre Ablehnung der US-Nahost-Politik. Zum Abschluss seines zweitägigen Iran-Besuches betonte der syrische Präsident Bashar al-Assad nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens, der Iran und Syrien würden allen Versuchen Washingtons entschieden entgegentreten, die "Front" zwischen Teheran und Damaskus zu schwächen.

Die USA werfen den beiden Staaten vor, den Terrorismus im Nahen Osten zu unterstützen und gegen eine friedliche Lösung insbesondere der Konflikte im Irak und im Libanon zu arbeiten. Assad bezeichnete seinen zweitägigen Iran-Aufenthalt als "einen seiner erfolgreichsten Staatsbesuche". Am Samstag hatten er und Präsident Mahmuod Ahmadinejad den USA und Israel eine "Verschwörung" gegen die islamischen Staaten vorgeworfen, mit der sie Zwietracht in der islamischen Welt säen wollten. (APA)