Innsbruck - Gleich mehrere zum Teil Schwerverletzte haben Lawinenabgänge am Samstagnachmittag in Nordtirol gefordert. Die Experten des Lawinenwarndienstes hatten in der Früh davor gewarnt, trotz der geringen Schneelage die Gefahr zu unterschätzen.

Am schwersten erwischte es einen Tourengeher am 2.556 Meter hohen Ampferstein in den Kalkkögeln bei Telfes im Stubaital (Bezirk Innsbruck-Land). Nach ersten Informationen der Flugpolizei war der Mann weit mitgerissen worden. Obwohl er nur teilweise verschüttet wurde, erlitt er schwerste Verletzungen. Wegen der Steilheit des Geländes musste der Verunglückte von einem Hubschrauber mit einem Tau geborgen und in die Innsbrucker Klinik geflogen werden.

Tourengehergruppe mitgerissen

Am 3.004 Meter hohen Zischgeles in den Stubaier Alpen bei Gries im Sellrain (Bezirk Innsbruck-Land) wurden mehrere Mitglieder einer Tourengehergruppe mitgerissen. Zwei Personen mussten verletzt ausgeflogen werden. Die übrigen Tourengeher kamen glimpflich davon.

Die Lawinenexperten verwiesen darauf, dass oberhalb von 2.200 Metern gebietsweise noch erhebliche Lawinengefahr herrscht. Gefahrenstellen für den Wintersportler fänden sich vor allem noch in sehr steilem schattseitigen Gelände sowie vermehrt in kammnahem Gelände. Bereits unter geringer Zusatzbelastung könnten die seit Anfang dieser Woche gebildeten Triebschneepakete ausgelöst werden. (APA)