Moskau - Der vom Aussterben bedrohte Sibirische Tiger versinkt im Schnee: Ein heftiger Wintereinbruch in Russlands Fernem Osten in der vergangenen Woche gefährde die Nahrungsgrundlage der seltenen Raubkatze, berichtete die Umweltorganisation WWF am Sonntag. Der Tiger ernähre sich vor allem von Wildschweinen, Rehen und Hirschen, die im hohen Schnee kaum noch Nahrung fänden. Das verschärfe auch die Lage des Sibirischen Tigers.

Milder Winteranfang

Nach einem äußerst milden Winteranfang war in der Region Primorje an der russischen Pazifikküste nach Angaben der Agentur Interfax innerhalb von 24 Stunden mehr Schnee gefallen als sonst in drei Monaten. Der WWF fürchtet nun, dass die Tiger auf der Suche nach Nahrung verstärkt in die Nähe von Siedlungen kommen könnten. "Wir hoffen, dass kein Tiger dort als 'Eindringling' erschossen wird", sagte Frank Mörschel von der Umweltorganisation. Allein in der vergangenen Woche wurden nach WWF-Angaben fünf Zwischenfälle gemeldet.

Der Sibirische Tiger, die größte Raubkatzenart der Welt, ist vom Aussterben bedroht. Nach Schätzungen von Zoologen leben nur noch 450 bis 530 Exemplare in der Taiga im russischen Fernen Osten. Ihr Lebensraum wird durch Holzeinschlag und Straßenbau immer weiter eingeschränkt. Zudem setzen Wilderer die seit 1947 verbotene Jagd auf den Sibirischen Tiger fort. Im Jänner stellte die russische Polizei mehrere Tigerfelle und Säcke mit Tigerknochen sicher. (APA/dpa)

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