Linz - Eine oberösterreichische Designerin hat die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen als Kulisse für Nacktfotos von ihr benützt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Es habe sich dabei um ein "künstlerisches Gedankenspiel" gehandelt, wird die Frau zitiert.

Die Fotos aus den späten 90-er Jahren zeigen die heutige Designerin unbekleidet und in lasziver Pose etwa vor einem Wachturm oder eng an eine Eisenskulptur eines sterbenden Soldaten geschmiegt. Im Hintergrund die Mauer des ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen. Die damalige Kunststudentin rechtfertigt die Aufnahmen gegenüber "Profil" damit, dass sie damals für die Linzer Kunstschule an einer Plakatserie für eine nicht-staatliche humanitäre Organisation gearbeitete habe. Diese Fotos hätten ihr als "reines Brainstorming" gedient. Sie hätte Gefängnismauern und Stacheldraht gebraucht und sei "zufällig" auf des KZ Mauthausen gestoßen. Sie wollte mit den Fotos "anecken und provozieren". Abgegeben habe sie dieses Projekt aber nie.

Einfaches Unterfangen

Wie die Oberösterreicherin im Gespräch mit "Profil" erklärte, sei es einfach gewesen, die Fotos zu schießen. Sie sei mit einem Mantel, unter dem sie nichts trug, herumspaziert. Vor den ausgewählten Motiven habe sie sich dann ihres Mantels entledigt und der Fotograf hätte abgedrückt. Laut Auskunft der Polizei liegt keine Straftat vor.

Im Jahr 2005 sind dagegen Fotos aus Mauthausen aufgetaucht, die ein gerichtliches Nachspiel hatten. Fünf Fußballfans aus dem Raum Braunau hatten sich vor der Gedenkstätte mit der rechten, zum Hitlergruß erhobenen Hand abbilden lassen. Deswegen und wegen anderer Vorfälle wurde ein Teil von ihnen im November 2006 damals noch nicht rechtskräftig wegen Wiederbetätigung zu bedingten Freiheitsstrafen verurteilt. (APA)