Das Vorurteil, Juristen seien Paragrafenreiter, schien sich zu bewahrheiten: Am Samstag wurde man auf einem Beizettel darauf hingewiesen, "dass aufgrund der Tabakgesetznovelle 2004, BGBI I 167/2004 § 13 für Ballveranstaltungen in der Hofburg ..." Doch wir leben zum Glück in Österreich. "Prinzipiell herrscht Rauchverbot", sagte ein Barkeeper zu einer schönen Frau im schwarzen Kleid. "Aber wenn Sie sich eine anzünden, dann stell ich Ihnen einen Aschenbecher hin." Und auch generell geriet der Juristenball längst nicht so steif, wie mancher befürchten hätte können. Sicher: Derart ausgelassen wie am Kaffeesiederball geht es nicht zu, aber die Damen trugen elegantere Kleider. Maria Berger, die neue Justizministerin (auch eine Raucherin), eröffnete den Ball in einer edlen roten Robe. Und nicht nur ihre Vorgänger Dieter Böhmdorfer und Nikolaus Michalek hatten viel Spaß, sondern auch Kurt Pribil, Vorstand der viel kritisierten Finanzmarktaufsicht, Staatssekretär Hans Winkler und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl. Präsidialchef Manfred Matzka war mächtig stolz: Im Büro von Kanzler Alfred Gusenbauer hängt ein großes Bild von Maria Lassnig. (trenk, DER STANDARD - Printausgabe, 19. Februar 2007)