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Renuka Chowdhury hält das Abtreiben von weiblichen Föten für eine "indische Schande".
Foto: APA/epa/How Hwee Young
Neu-Delhi - Mit Waisenhäusern für in zahlreichen indischen Familien unerwünschten Mädchen will die Regierung in Neu-Delhi einem immer größer werdenden Ungleichgewicht in der Bevölkerung entgegenwirken. Der "Krippenplan" solle vor allem der weit verbreiteten Praxis entgegenwirken, weibliche Föten abzutreiben, sagte die Ministerin für Frauen, Renuka Chowdhury, am Sonntag in einem Interview der indischen Nachrichtenagentur PTI. "Wir sagen den Leuten, sie sollen ihre Kinder haben, nicht töten", sagte sie. Wer seine Tochter nicht haben wolle, solle sie der Regierung geben: in jedem Bezirk solle ein entsprechendes Zentrum geschaffen werden. "Wir werden die Kinder aufziehen. Tötet sie nicht, denn dies ist wirklich eine Krisensituation." Viele Bezirke in dem eine Milliarde EinwohnerInnen zählenden Indien melden nur noch die Geburt von 800 Mädchen auf 1.000 Buben. Mädchen gelten in der indischen Gesellschaft als Last für eine Familie. "Es ist eine internationale und nationale Schande für uns, dass Indien bei einem Wirtschaftswachstum von neun Prozent noch immer seine Töchter tötet", sagte Chowdhury. (APA/AP)