Wien - Zahlreiche Wiener Unternehmen und Institutionen vernetzen sich im Bereich der Anti-Mobbing-Arbeit. Am Montag haben der Präsident des Krankenanstaltenverbundes (KAV), Wilhelm Marhold, und der Präsident der Wiener Ärztekammer, Walter Dorner, in Anwesenheit von Sozialstadträtin Sonja Wehsely (S) die Internetplattform "Mobnet" vorgestellt. Sie dient als Einstiegsportal für Betroffene und leitet diese weiter an die Beratungsstellen in den jeweiligen Einrichtungen.

Neben dem KAV und der Ärztekammer haben sich auch der ÖGB, die Medizinische Universität Wien und das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser dem Projekt angeschlossen. Mobnet soll auch als Plattform zur Entwicklung weiterer Kooperationsmodelle, zum Erfahrungsaustausch und zur Entwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards dienen.

Beratungsstelle

Der KAV widme sich bereits seit 2000 mit einer eigenen Beratungsstelle für die 32.000 Mitarbeiter intensiv dem Thema, unterstrich Marhold. Insgesamt habe man bisher einen Schnitt von fünf Prozent der Belegschaft als Mobbing-Betroffene zu verzeichnen. Internationalem Standard nach seien acht Prozent üblich.

Auch die Ärztekammer habe nun eine eigene Ombudsstelle eingerichtet, berichtete Dorner. In der Erwerbsgesellschaft komme es durch den zunehmenden Druck am Arbeitsplatz zu verstärkten Spannungen, begründete der Ärztekammerpräsident das Engagement gegen den systematischen Psychoterror im Beruf. (APA)