Fernsehen kann nach den Ergebnissen einer neuen Studie für Kinder schädlicher sein als bisher angenommen. Der TV-Konsum beschleunige eine nachhaltige Schädigung der Augen, Fettleibigkeit, Autismus und das verfrühte Eintreten der Pubertät, schreiben Wissenschafter um den britischen Psychologen Aric Sigman in einer am Montag in der Fachzeitschrift "Biologist" veröffentlichten Studie.

Das Fernsehen hemmt nach Erkenntnissen der Forscher die Produktion des Hormons Melatonin. Dies beeinflusse das Immunsystem, den Schlafzyklus und den Beginn der Pubertät. Gleichzeitig könne die geringere Melatonin-Produktion in Krebs erregenden Mutationen der Zell-DNA resultieren. Bei Menschen zwischen 20 und 60 Jahren steige zudem mit jeder Stunde vor dem Fernseher das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung.

Der Studie zufolge haben Sechsjährige in Großbritannien im Durchschnitt bereits ein Jahr ihres Lebens vor dem Fernseher verbracht. Mehr als die Hälfte der Dreijährigen habe ein eigenes TV-Gerät im Kinderzimmer. Die Autoren raten dazu, die Reduzierung des Fernsehkonsum zu den vorrangigen Themen der Gesundheitspolitik zu erklären. Auf diese Weise seien erhebliche Einsparungen im Gesundheitssystem möglich. (APA/AFP)