Kabul - Aus Angst vor möglichen Anschlägen haben Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF in der südafghanischen Stadt Kandahar einen Zivilisten und einen Polizisten getötet. Die NATO-geführte ISAF teilte am Montag mit, in der Nacht zuvor sei ein ISAF-Konvoi mit Handfeuerwaffen beschossen worden. Da ein Fahrzeug beschädigt worden sei, habe der Konvoi anhalten müssen. Die beiden Afghanen seien dann auf die Fahrzeuge zugegangen und hätten Warnschüsse ignoriert. Die Soldaten hätten daraufhin das Feuer auf die Männer eröffnet. Der Vorfall werde untersucht. Erst am Wochenende hatten ISAF-Soldaten in der Provinz Kandahar zwei afghanische Zivilisten erschossen, die sie fälschlicherweise für Selbstmordattentäter hielten. Die ISAF fordert Zivilisten seit mehreren Monaten dazu auf, sich von Konvois fern zu halten. Trotzdem kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, bei denen Zivilisten sterben. Der Unmut in der afghanischen Bevölkerung über die zivilen Opfer ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. (APA/dpa)