Bis zu je 180.000 Euro haben in den vergangenen Wochen mindestens zehn Österreicher an eine Bande aus Nigeria überwiesen. Statt die per Mail versprochene Erbschaft über rund sechs Millionen US-Dollar (4,57 Mio. Euro) zu bekommen, mussten die Opfer für angebliche Spesen und Anwaltskosten bezahlen. "Erstmals sind die Briefe auch auf Deutsch im Umlauf", warnte Gerald Hesztera vom Bundeskriminalamt in Wien.

Die Masche dahinter: Zuerst erhalten Hunderte potenzielle Opfer ein siebenseitiges E-Mail in schlecht formuliertem Deutsch. "Sehr geehrter Herr/Frau, Mein name ist Herr Sipho Ngidi, ich bin ein hoehere bank Angestellte und in der abteilung Firmekundebetreung der STANDARD BANK, SUD AFRIKA", lautete etwa die Einleitung. Später war die Rede von einer Erbschaft, an die man nicht heran käme und ausländische Strohmänner brauche, um überhaupt Ansprüche geltend machen zu können.

Außer Spesen nichts gewesen

Wer darauf antwortete, musste zunächst Spesen bezahlen. Teilweise wurden den Österreichern Schecks über bis zu 6.000 Euro übermittelt, die sie an Kontaktpersonen in Amsterdam und den Niederlanden über das internationale Geldtransferunternehmen Western Union weiter überweisen mussten. Tage später platzte der Scheck, das Geld der Opfer war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits weg.

Das Bundeskriminalamt warnt eindringlich vor solchen E-Mails, die immer wieder in verschiedensten Varianten kursieren. Bisher waren diese meist in ebenfalls holprigem Englisch formuliert. (APA)