Wien - "Jetzt wählen wir einen Betriebsrat", beschlossen die fast 60 Mitarbeiter der Wiener Konditorei- und Kaffehaus-Kette Aida bei der Mitarbeiter-Versammlung am Montag. Die Gewerkschaften vida und Metall-Textil-Nahrung (GMTN) werden die Aida-Beschäftigten bei der Einleitung der nötigen Schritte zur Betriebsratswahl unterstützen, so die zuständigen Gewerkschaften am Dienstag in einer Aussendung.

Die Aida-Geschäftsleitung hatte zuvor bei einem Gespräch mit den Gewerkschaften zugesagt, noch vor März eine Expertengruppe mit Vertretern beider Seiten zu installieren. Diese soll alle offenen Detailfragen zum geplanten Kollektivvertrag-Wechsel vom Zuckerbäckergewerbe in das Gastgewerbe abklären.

Ziel der Gewerkschaften in dem Gespräch mit der Aida-Geschäftsleitung war es, finanzielle Verluste für die Aida-Beschäftigten in den Filialen zu verhindern. "Aida-Geschäftsführer Michael Prousek hat bei dem Gespräch eingelenkt und zugesagt, mit den Gewerkschaften vida und GMTN in konkrete Verhandlungen darüber zu treten", sagte die stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Gewerkschaft vida, Renate Lehner, am Dienstag. Die Wahl eines Betriebsrates werde von Aida nun "aktiv unterstützt", berichtete der verantwortliche Sekretär der Gewerkschaft GMTN, Gerhard Riess.

Furcht vor Einkommensverlusten

Die Gewerkschaften hatten schon vergangene Woche die betroffenen Beschäftigten in den Aida-Filialen über drohende Einkommensverluste informiert und ihnen dringend geraten, keine neuen Dienstverträge zu unterzeichnen. Ein fix vereinbartes Gespräch der Gewerkschaften mit der Geschäftsführung wurde vergangene Woche kurzfristig auf Montag, 19. Februar, verschoben. Im Bereich der Aida-Produktion gibt es seit Jahrzehnten einen gewählten Betriebsrat, in den Filialen bisher nicht.

Aida plant für die Beschäftigten in den 27 Filialen einen Wechsel des Kollektivvertrages. Derzeit gilt für sie - es sind hauptsächlich Frauen - der Kollektivvertrag für das Zuckerbäckergewerbe, an seine Stelle soll der Gastgewerbe-Kollektivvertrag treten. Wegen der grundlegend anderen Gestaltung der Zulagen und Zuschläge käme es durch den Wechsel - ohne Abfederungen - zu massiven finanziellen Einbußen. Verluste bis zu 200 Euro brutto im Monat - in manchen Fällen sogar mehr - wären die Folge, so die Gewerkschaft.

Noch keine Entspannung gibt es im Arbeitkonflikt beim Textildiskonter Kik. Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP) hat wie berichet, eine Klage gegen Kik eingebracht. Sie will die Wiedereinstellung des gefeuerten Filialleiters Andreas Fillei erreichen. Fillei war als Spitzenkandidat zwei Tage nach Ausschreibung der Betriebsratswahl fristlos entlassen worden. (APA)