Paris/Hamburg - Mit dem Programm "Power8" sollen ab 2010 die Kosten des Airbus-Konzerns nachhaltig um mindestens zwei Mrd. Euro pro Jahr gesenkt werden. Schon bis zum Jahr 2010 sollen fünf Mrd. Euro eingespart werden.

Notwendig werden die harten Maßnahmen durch Milliarden. Belastungen wegen der Produktionsprobleme beim Riesen-Airbus A380 und die gleichzeitig erforderlichen hohen Summen für die Entwicklung des Langstreckenjets A350 XWB.

Das auslaufende Drei-Jahres-Programm "Route 06" hatte sein Sparziel von 1,5 Mrd. Euro nicht ganz erreicht. Während über die konkreten Schritte von "Power8" noch heftig gestritten wird, sind die Ziele bereits vorgegeben:

  • Der Ingenieurbereich soll binnen vier Jahren um 15 Prozent produktiver werden. Eine Beschleunigung der Flugzeugentwicklung von acht auf sechs Jahre soll zwei Mrd. Euro einbringen.
  • Bis 2010 sollen kumuliert fünf Mrd. Euro freie Barmittel eingespart werden. Denn wegen der A380-Krise gibt es in den kommenden vier Jahren einen Barmittel-Fehlbetrag von 6,3 Mrd. Euro (free cash flow) gegenüber den bisherigen Planungen. Außerdem müssen neue Finanzquellen erschlossen werden. Hier sind der Markt und die Aktionäre sowie gegebenenfalls die Staaten (Entwicklungskredite) gefragt.

  • Binnen vier Jahren sollen die Verwaltungskosten um 30 Prozent gesenkt werden. Dabei geht es um Einkauf, Werbung, Logistik, Managementstruktur, Reisen etc. Über Einkaufsbündelungen könnte die Zahl der Zulieferer von 10 000 auf 7000 sinken.

  • Mitte Februar hätten die Einzelheiten eines Langzeitprogramms vorgestellt werden sollen, das die Prioritäten für die Produktionsbasis festlegt. Nichtstrategische Bereiche (und Werke) könnten dann ausgegliedert werden, wenn die Leistung von außen billiger erbracht werden kann. Beispiel: Bei Projekten wie dem A350 könnten Fremdlieferanten aus Europa, aber auch Ländern wie China dann bis zu 30 Prozent der Fertigung stellen. In Deutschland gelten die Werke Varel und Nordenham als gefährdet, ebenso Buxtehude. Sie würden aber nicht geschlossen, sondern nur aus dem Airbus-Konzern ausgegliedert und von neuen Besitzern allein oder gemeinsam mit Airbus weitergeführt.

  • In den kommenden zehn Jahren soll zudem die Produktionsstruktur rationaler werden. Doppelte Produktionsstrukturen wie derzeit in Hamburg und Toulouse beim A380 und A320 soll es möglichst nicht mehr geben. Bisher gibt es kein präzises Projekt und keine Planung für den Abbau bestehender Strukturen. Wichtig wird das neue Prinzip jedoch bei Zukunftsprojekten wie dem A350 oder dem Nachfolger des A320. Langfristig werden also auch die Aufgaben der Hauptwerke Hamburg und Toulouse neu zugeschnitten werden. (APA/dpa)