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Peter Pacult

Foto: Reuters/Zolles
Wien - Rapid blickt in eine sportlich ungewisse Zukunft. Vor dem Auftakt zur Frühjahrssaison liegen die Wiener als aktueller Bundesliga-Achter nur zwei Punkte vor dem letzten Platz, dennoch ist im Lager der Hütteldorfer von Abstieg keine Rede - Trainer Peter Pacult beschäftigt sich vielmehr damit, wie man sich nach dem "Seuchenjahr" 2006 wieder in oberen Regionen festsetzen kann.

"Wir wollen guten Fußball spielen und zeigen, dass wir nicht dort hingehören, wo wir derzeit stehen", lautet die Devise des Wieners. Der Tabellenstand lässt für die Grün-Weißen nicht nur nach unten, sondern auch nach oben viele Optionen offen. So fehlen 15 Runden vor Schluss nur fünf Punkte auf Rang vier, selbst der Rückstand von acht Zählern auf einen Europacup-Platz ist bei einem guten Frühjahrsverlauf aufholbar.

Darauf hofft auch Pacult, wenngleich er sich nicht auf ein konkretes Saisonziel festlegen will. "Welche Platzierung unter dem Strich herauskommen wird, ist im Moment schwer zu sagen."

Eröffnet soll die Aufholjagd schon am Samstag werden, wenn die Grün-Weißen im Hanappi-Stadion Aufsteiger Altach empfangen. "Auch wenn die Altacher im Herbst einige Male aufgezeigt haben - das ist eine lösbare Aufgabe. Es ist wichtig, dass wir mit einem Heimspiel beginnen, denn wir wollen zu Hause wieder eine Macht werden. Der Gegner muss wieder Respekt haben, wenn er ins Hanappi-Stadion einläuft", forderte Pacult.

Eine Schlüsselrolle in der geplanten Rapid-Renaissance nimmt Steffen Hofmann ein, der die schwere Knieverletzung in seinem Comeback-Spiel völlig überwunden hat und im Mittelfeld gemeinsam mit Youngster Veli Kavlak und möglicherweise auch Neuverpflichtung Branko Boskovic für Impulse sorgen soll. "Boskovic ist ein Kreativspieler, er kann mit dem Ball umgehen. In der Vorbereitung hat er sehr gut gearbeitet, aber es fehlt ihm noch ein bisschen die Spielpraxis", sagte Pacult.

Positiv stimmt den 47-Jährigen vor allem die Tatsache, dass er derzeit in der Offensive über mehrere Optionen verfügt. "Jetzt können wir vorne wirklich variieren", sagte der Coach, der wohl mit Mario Bazina und Marek Kincl als Stürmer ins neue Jahr gehen wird und den besten Saisontorschützen Mate Bilic demnach nur auf die Bank setzt.

Auch in der Defensive verfügt Pacult nach der Verpflichtung von Hannes Eder über mehr Personalreserven. Der ÖFB-Teamspieler dürfte allerdings nicht zur Anfangs-Elf zählen, auch wenn Jozef Valachovic so wie Petr Vorisek und Gernot Plassnegger einen großen Teil der Winter-Trainingseinheiten versäumt hat. "Diese Verletzungen waren eigentlich die einzigen Probleme in unserer Vorbereitung, ansonsten ist alles sehr gut verlaufen", sagte der Ex-ÖFB-Internationale, der seinen Kickern unter anderem in Belek den Frühjahrs-Feinschliff verpasste.

Während Rapid nach dem verkorksten Herbst noch um Schadensbegrenzung kämpft, ist die Frage nach dem kommenden Meister laut Pacult schon jetzt praktisch beantwortet. "Den Salzburgern wird der Titel nur schwer zu nehmen sein, sie haben die routinierteste Mannschaft." Gefahr für die Attraktivität der österreichischen Bundesliga auf Grund der wohl auch in den kommenden Jahren vorhandenen Überlegenheit der Mozartstädter sieht der Rapid-Trainer nicht. "Phasen, in denen eine Mannschaft dominant war, hat es immer gegeben und wird es immer geben." (APA)