Graz - In Graz soll eine Polizeiärztin verschwiegen haben, dass ein U-Häftling HI-infiziert sei, berichten berichteten die "Kleine Zeitung" und die "Kronen Zeitung" in ihren Donnerstag-Ausgaben. Die Ärztin muss sich nun wegen Gefährdung anderer Personen vor Gericht verantworten. Walter Plöbst von der Grazer Staatsanwaltschaft bestätigte dies gegenüber der APA.

Der Polizeiärztin wurde im Juli 2006 ein 29-jähriger Häftling zur Untersuchung vorgeführt. Nach der Untersuchung soll die Frau im auszufüllendem Formular verschwiegen haben, dass der Mann das HI-Virus in sich trage. Die Frau beruft sich auf ihre ärztliche Schweigepflicht.

Erst einem Gerichtsmediziner sind Aidspräparate aufgefallen, die der Häftling zu sich nahm.

Durch die vorenthaltene Information konnten weder besondere Vorkehrungen für den Häftling noch für Mithäftlinge und das Personal getroffen werden, lautet der Vorwurf. Da es keine Sicherheitsanweisungen gab, waren alle Personen einem Risiko ausgesetzt. Sollte es zu einem Schuldspruch kommen, drohen der Frau drei Jahre Haft.

Der 29-jährige Nigerianer befindet sich in Haft, weil er seine Frau in der gemeinsamen Wohnung erstochen haben soll.(APA)