Wien/Innsbruck/Pradollano - Eine Woche nach der WM in Schweden setzt auch der alpine Damen-Weltcup zum Saison-Endspurt an. Elf Rennen stehen noch am Programm, weiter geht es mit einem Riesentorlauf und einem Slalom am kommenden Wochenende in der spanischen Sierra Nevada, dem 2.300 m hoch liegenden WM-Schauplatz von 1996.

Das Gros der in Aare mit Medaillen in allen Bewerben so erfolgreichen ÖSV-Damen flog am Donnerstag über Zürich nach Malaga, Andrea Fischbacher, Anna Fenninger und Daniela Zeiser reisten direkt vom Europacup aus Andorra an. Mit im Spanien-Flieger waren auch die von der Aare-WM etwas angeschlagenen Nicole Hosp, Marlies Schild und Kathrin Zettel. Das aktuellste Blutbild der an einer Verkühlung sowie Mandelproblemen leidenden Zettel brachte keinen Anlass, einen Startverzicht zu überlegen.

Schild kann Slalom-Sack zumachen

Mit den beiden Spanien-Rennen wird auch bei den Damen der finale Kampf um die Kristallkugeln eingeläutet. Und im Gegensatz zu den ÖSV-Herren liegen Österreichs in dieser Saison so herausragende Damen in allen Wertungen in der Pole Position. Schild hat fünf der bisher sechs Slaloms gewonnen und kann daher am Sonntag schon den Sack zumachen. Weltmeisterin Nicole Hosp führt im Riesentorlauf-Weltcup und Renate Götschl liegt nicht nur in Abfahrt und Super G, sondern überraschend auch in der Gesamtwertung voran.

1.001 Punkte hat die steirische "Speed-Queen" vor allem dank ihrer genialen Jänner-Serie auf dem Konto. Ob sie aus "Tausendundeinem Punkt" auch einen Traum mit dem Gewinn der großen Kristallkugel realisieren kann, scheint aber auf den ersten Blick unwahrscheinlich.

Vier Speed-Rennen, sechs Technikbewerbe und eine Superkombi

Die nur 85 Punkte zurück liegende Schild führt ein nur 57 Zähler auseinander liegendes Allrounder-Trio mit ihr selbst, Julia Mancuso und Hosp an. Im Restprogramm stehen nur vier Speed-Rennen gleich sechs Technikbewerbe und eine Superkombi gegenüber und Götschl fährt keine Slaloms und damit an sich auch keine Kombis mehr.

Aber Damenchef Mandl schreibt die Steirerin deshalb noch lange nicht ab. "Wenn Renate in den Speed-Rennen eine Serie wie im Jänner gelingt, hat sie durchaus ihre Chancen", ist der Chefcoach überzeugt. Zumindest mit einer Kugel kann Götschl schon liebäugeln. Sollte die US-Amerikanerin Lindsey Kildow wegen ihrer in Schweden erlittenen Kreuzbandverletzung tatsächlich nicht mehr antreten, ist Götschl die Super-G-Kugel schon sicher.

Die Damen von Herbert Mandl sind also auf einem guten Weg, selbst ein "Full House" inklusive große Kristallkugel ist noch drin. "Möglich ist es. Aber primär sind die Disziplinen-Weltcups nach wie vor das Wichtigste für uns. Wenn sie das schaffen, ergibt sich alles andere von selbst", blieb Mandl aber der seit dem Saisonstart verfolgten Parole treu.(APA)