Rust – Ein ungebremster Klimawandel könnte für die Region Wien bisher unbedachte Folgen haben: "Sollte das ausgeklügelte System der Meeresströmungen zusammenbrechen und der Golfstrom zum Erliegen kommen, könnte es in unseren Breiten zu einer neuen Eiszeit kommen", erläuterte Umweltstadträtin Ulli Sima am Donnerstag bei der Klubklausur der Wiener SPÖ im burgenländischen Rust. Anders ausgedrückt: "Dann würden am Rathausplatz nicht Palmen wachsen, wie es immer heißt, sondern da würde es ungemütlich kalt."

Die Stadt beginnt jedenfalls, nicht nur über weitere Klimaschutzprojekte nachzudenken, sondern auch "Anpassungsstrategien" zu entwickeln. "Beispielsweise, was ein weiterer Klimawandel für den Hochwasserschutz der Stadt bedeuten könnte." Beim Klimaschutzprogramm der Stadt seien zwar zur Halbzeit die gesteckten Ziele schon fast erreicht – bis 2010 sollen 2,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent eingespart werden; 2,4 Millionen Tonnen sind es bereits jetzt. Aber, "und das will ich gar nicht schönreden: Die Gesamtemissionen sind weiter gestiegen." Hauptverursacher sind die Sektoren_Energie und Verkehr. Daher solle in diesen Bereichen ein weiterer Schwerpunkt für die Fortschreibung des Programms gesetzt werden – das allerdings erst 2010 starten soll.

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig will in Sachen Klimawandel in seinem Ressort einen weiteren Schwerpunkt bei der thermischen Sanierung von Gemeindebauten setzen. Im Neubau sind weitere Passivhaus-Pilotprojekte etwa im Stadtentwicklungsgebiet Eurogate geplant. Das größte Problem aber, die Energieschleudern im Büro-Neubau, will Ludwig gemeinsam mit den anderen Bundesländern angehen. "Da dürfte die Bauordnung alleine nicht ausreichen." (frei/D ER S TANDARD , Print-Ausgabe, 23.2. 2007)