Kairo - Hamas-Chef Khaled Meshaal hat die USA zur Anerkennung der geplanten palästinensischen Einheitsregierung aufgefordert. "Amerika hat keine andere Möglichkeit, als sich den neuen palästinensischen Gegebenheiten anzupassen", sagte Meshaal laut ägyptischen Medienberichten nach einem Treffen mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, am Donnerstag in Kairo.

Die vor zwei Wochen in Mekka erzielte Einigung zwischen den rivalisierenden Palästinensergruppen Hamas und Fatah zur Bildung einer gemeinsamen Regierung sei eine "Friedensbotschaft für die Region" und habe Palästinenser wie auch die arabischen Staaten geeint. Nun solle das "Nahost-Quartett", zu dem neben den Vereinigten Staaten die Europäische Union, die UNO und Russland gehören, seine Haltung gegenüber der palästinensischen Regierung ändern, sagte Meshaal demnach.

Boykott

Die USA und die EU hatten nach dem Antritt der Hamas-Regierung vor rund einem Jahr einen Boykott beschlossen, um die radikalislamische Bewegung dazu zu bringen, Israel anzuerkennen, der Gewalt abzuschwören und bestehende Abkommen zwischen Israel und den Palästinensern anzuerkennen. Das "Nahost-Quartett" hatte sich am Mittwoch bei einem Treffen in Berlin darauf verständigt, erst nach der palästinensischen Regierungsbildung über eine mögliche Wiederaufnahme der Hilfen an die Palästinenserregierung zu sprechen.

Meshaal, der an der palästinensischen Vereinbarung von Mekka beteiligt war, wird laut einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS am Sonntag zu Gesprächen über den Nahost-Friedensprozess nach Russland reisen. Der Hamas-Chef, der im Exil in der syrischen Hauptstadt Damaskus lebt, werde bis Dienstag in Moskau bleiben, hieß es unter Berufung auf diplomatische Kreise. Das russische Außenministerium nahm zu dem Bericht keine Stellung. Russland ist das einzige Mitglied des "Nahost-Quartetts", das diplomatische Beziehungen zur Regierung der radikalislamischen Hamas unterhält. (APA)