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Gottwaldloses Siegerbild. Hannu Manninen (Mitte) Magnus Moan (links) und Björn Kircheisen.

Foto: APA/EPA/Robichon
Sapporo/Japan - Die nach den Olympia-Erfolgen hoch geschraubten Erwartungen in die Nordischen Kombinierer des ÖSV sind am Freitag im WM-Sprintbewerb in Sapporo nicht erfüllt worden. Olympiasieger Felix Gottwald musste sich als bester Österreicher mit Rang fünf begnügen, während der Finne Hannu Manninen seinen ersten großen Einzeltitel eroberte. Der Norweger Magnus Moan holte zum dritten Mal in Serie Silber, der Deutsche Björn Kircheisen wurde als bester Springer Dritter.

Dem Salzburger Gottwald bleibt bei seinen letzten Titelkämpfen nun noch der Einzelbewerb, um das in seiner großen Karriere fehlende Einzel-WM-Gold, das erste eines Österreichers, zu holen. Dabei schien nach Rang zehn im Springen für Gottwald viel möglich. Cheftrainer Alexander Diess führte die durch eine verwackelte Landung verschenkten Punkte als Grund für das verpasste Edelmetall an ("Das Loch auf Manninen und Moan zuzulaufen hat ihn brutal viel Kraft gekostet"), Gottwald selbst sah es nicht ganz so. "Zum Gewinnen wären diese paar Sekunden auch zuwenig gewesen", meinte der 31-Jährige, der weiter bei acht WM-Medaillen hält.

Er habe sich an diesem Tag bei den schwierigen Bedingungen in der tiefen Loipe nicht so spritzig gefühlt wie etwa Moan, meinte Gottwald nach der siebentbesten Laufzeit. Er verlor gegen Ende der dritten und vorletzten Runde den Anschluss an "Tempomacher" Manninen und Moan, die 1,3 Kilometer vor dem Ziel Kircheisen überholten und um Gold sprinteten. "Als ich gesehen habe, dass die Medaille davon schwimmt, habe ich schon zwei Tage vorausgedacht", sagte Gottwald und sprach damit den Teambewerb am Sonntag an, in dem erneut eine Spitzenleistung von ihm erwartet wird.

Gottwald fand es "interessant", dass er diesmal trotz einer sehr guten Sprungleistung leer ausgegangen war. Auch wenn er letztlich Bronze um nur 22,6 Sekunden verpasste. "Ich habe in der Loipe schon oft Unglaubliches leisten müssen und noch eine Medaille geholt", sagte der Zeller. "Das ist ungewohnt, Fünfter zu sein." Bei den vergangenen fünf Großereignissen seit 2001 hat Gottwald nicht weniger als 13 Stück Edelmetall gesammelt.

Diess stand nach fünf Weltcup-Saisonsiegen nach seinem ersten WM-Bewerb als Coach mit leeren Händen da. "Als Trainer bin ich zufrieden, denn die sportlichen Leistungen waren in Ordnung", sagte der Oberösterreicher. "Aber wir haben keine Medaille, daher können wir nicht zufrieden sein." Hinsichtlich der Aufstellung für den Teambewerb am Sonnag wollte er sich noch nicht festlegen. Weil aber David Kreiner als Neunter (nach Rang 4 im Springen) eine sehr gute Leistung ablieferte, kann man davon ausgehen, dass das Quartett unverändert bleibt.

Kreiner hatte im Laufen riskiert ("Wer nicht wagt, gewinnt nicht"), musste aber schließlich die Gruppe mit Titelverteidiger Ronny Ackermann (GER/8.) ziehen lassen. Mario Stecher gelang der Sprung nicht optimal, was der Steirer auf zu niedrige Anfahrtsgeschwindigkeit zurückführte. "Schade, denn ich weiß, ich hätte es drauf", erklärte der WM-Zweite von 1999.

Bieler ärgerte sich, dass er als Einziger der Spitzengruppe schlechte Bedingungen im Springen erwischt hatte. "Bitter, wenn das bei einer WM passiert, aber wir haben vorher gewusst, dass es hier so sein kann", meinte der dreifache Saisonsieger und nahm das Positive für den Teambewerb mit: "Ich kann sagen, dass ich einen guten Wettkampf abgeliefert habe und werde das schnell abhaken."

Manninen erlebte eine Sternstunde seiner Karriere. Der Weltcup-Spitzenreiter und dreifache Gesamtsieger war - teils nach Seriensiegen im Weltcup - Einzel-Gold viele Jahre lang vergeblich nachgerannt. "Das war für so viele Jahre mein Traum und mein Ziel. Ich habe so hart dafür gearbeitet. Jetzt ist es ein sehr gutes Gefühl", sprudelte es aus dem Finnen heraus. "Schon beim Aufwachen habe ich gewusst, dass es heute mein Tag wird."(APA)