Karlsruhe - Der Kunstsammler Josef Fröhlich zieht zahlreiche Werke aus dem landeseigenen Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) zurück. Fröhlich hatte zuvor die laufende ZKM-Ausstellung "Faster! Bigger! Better!" scharf kritisiert und angekündigt, seine Werke von Künstlern wie Georg Baselitz, Joseph Beuys, Donald Judd und Sigmar Polke zunächst in Stuttgart einzulagern. Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium und ZKM-Leiter Peter Weibel betonten am Donnerstag auf Anfrage, es gebe auch nach der Kritik keinen Anlass, das Konzept des Hauses zu ändern.

Weibel befürchtet keine weiteren Trennungen von ausgestellten Privatsammlern. "Es gibt keine entsprechenden Vorhaben von Sammlern wie zum Beispiel Siegfried Weishaupt und Friedrich E. Rentschler", sagte der österreichische Museumsleiter.

Unterschiedliche Aussagen

Fröhlich hatte dem ZKM vorgeworfen, das Material in der laufenden Ausstellung mit 250 Arbeiten von 130 Künstlern falsch zu präsentieren. Es werde nicht auf Qualitätsunterschiede geachtet. Auch der Katalog zur Ausstellung wurde von dem Sammler aus Leinfelden-Echterdingen kritisiert. Darin würden die Werke der Sammlung Fröhlich "im Briefmarkenformat" abgebildet, wird der Sammler in den Medien zitiert.

Nach Angaben einer Sprecherin Weibels hat Fröhlich in jüngster Zeit wiederholt in den Sitzungen des Beirats gefehlt, in denen auch das von ihm kritisierte Konzept der Ausstellung "Faster! Bigger! Better!" vorgestellt und beraten worden sei. "Er wurde auch um seine Meinung gebeten, ließ aber ausrichten, es sei ihm egal." (APA/dpa)