Wien - Nach insgesamt drei Verhandlungstagen ist am Freitag im Wiener Landesgericht für Strafsachen der Mordprozess um jene 55 Jahre alte Frau zu Ende gegangen, die am Karfreitag des vergangenen Jahres in ihrer Wohnung in der Dieselgasse in Favoriten gewaltsam in der Badewanne zu Tode gekommen war. Ihr 54-jähriger Ex-Mann wurde von einem Schwurgericht im Sinn der Anklage schuldig erkannt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Er meldete dagegen Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Nachdem sie mehrere Tage nichts von ihr gehört hatten, hatten die Tochter und der Schwiegersohn der 55-Jährigen am 16. April 2006 Nachschau gehalten. In der halb gefüllten Badewanne entdeckten sie die spärlich bekleidete Leiche - die Frau war ertränkt worden. Der Verdacht fiel sofort auf ihren Ex-Mann, von dem sie sich wegen seiner Neigung zu Gewalttätigkeiten getrennt hatte. Dieser behauptete bis zuletzt, zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung, sondern auf dem Weg nach Polen gewesen zu sein, um in seiner ursprünglichen Heimat Ostern zu feiern. Die Geschworenen glaubten im nicht: Nachdem sie an den Tatort gerufen wurde, hatte die Polizei unter der Leiche die abgerissene Armbanduhr des Mannes entdeckt. (APA)