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Die Auszeichnung sei "auch persönlich sehr wichtig", so Wolfgang Petritsch: Sie erfülle ihn "mit einer gewissen Befriedigung".

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Wien - Der österreichische UNO-Botschafter in Genf und Balkan-Experte Wolfgang Petritsch ist am heutigen Freitag in Straßburg mit dem "Europäischen Menschenrechtspreis" 2006 ausgezeichnet worden. Damit wurden die "herausragenden Leistungen des Spitzendiplomaten und Krisenmanagers als Hoher Repräsentant der internationalen Gemeinschaft für Bosnien-Herzegowina in den Jahren 1999 bis 2002 ebenso gewürdigt wie sein Engagement für ein Totalverbot der Landminen", hieß es in der Begründung.

Die hohe Auszeichnung wurde Petritsch von der europäische Kulturstiftung "Pro Europa" verliehen. "Pro Europa" hat ihren Sitz in Basel und steht unter dem ständigen Patronat der Präsidenten des Europarates und des Europäischen Parlaments. Prinz Henrik von Dänemark ist Präsident des Patronatskomitees. Frühere Preisträger waren u.a. der ehemalige polnische Premier Tadeusz Mazowiecki, der ungarische Ex-Präsident Arpad Göncz, der finnische Ex-Präsident Martti Ahtisaari, die ehemalige UNO-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson sowie der Gründer von "Medicines Sans Frontieres", Bernard Kouchner.

"Irgend etwas richtig gemacht"

Die Auszeichnung sei "auch persönlich sehr wichtig", sagte Petritsch telefonisch der APA. Sie erfülle ihn "mit einer gewissen Befriedigung" und sei ein "Hinweis darauf, dass ich irgend etwas richtig gemacht habe während meiner Tätigkeit am Balkan und im Rahmen meines Engagements für ein Verbot der Landminen", sagte der Spitzendiplomat und ausgewiesene Balkan-Experte. Neben seinem Einsatz am Balkan erarbeitet Petritsch als Präsident des Nairobi-Gipfels federführend das erste weltweite Aktionsprogramm zur vollständigen Eliminierung der Landminen.

Bei der feierlichen Überreichung der Auszeichnung würdigte die Chefanklägerin des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, Carla del Ponte, den Einsatz von Petritsch für die Menschenrechte in Bosnien-Herzegowina und bezeichnete ihn als "Europäer par excellence". Sie dankt ihm zudem dafür, dass während seiner Amtszeit in Bosnien-Herzegowina die meisten mutmaßlichen Kriegsverbrecher festgenommen wurden. (APA)