Wien - SPÖ und Grüne wollen am kommenden Dienstag im Eurofighter-Untersuchungsausschuss die Ladung von Alfons Mensdorff-Pouilly beantragen. Mensdorff-Pouilly, der Mann von Ex-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, soll laut Medienberichten in eine mutmaßliche Bestechungsaffäre des Rüstungskonzerns BAE Systems in der Tschechischen Republik verwickelt sein, was dieser vehement dementiert.

Der SPÖ-Fraktionsführer im Eurofighter-Ausschuss, Günther Kräuter, erklärte am Samstag in einer Aussendung, Mensdorff-Pouilly könne durch seine "weit reichende internationale Tätigkeit im Vermittlergeschäft bei Rüstungsaufträgen den Untersuchungen sicherlich sehr nützlich sein. Ob Mensdorff-Pouilly auch in das Eurofightergeschäft oder die Finanzierung des Deals eingebunden war, wird sich vor dem Ausschuss herausstellen."

"Man verkauft ein Flugzeug und kauft Entscheidungsträger"

Laut "profil" überlegt auch der Vorsitzender des Eurofighter-Ausschusses, Peter Pilz, Mensdorff-Pouilly vorzuladen: "Alle Geschäfte zwischen Tschechien und Saudi-Arabien scheinen nach dem selben Muster abzulaufen: Man verkauft ein Flugzeug und kauft Entscheidungsträger."

Kritik am parlamentarischen Eurofighter-U-Ausschuss übte der Sprecher der Eurofighter GmbH, Wolfdietrich Hoeveler. "Wenn in Deutschland Ausschüsse unter Ausschluss der Öffentlichkeit arbeiten, dringt wirklich nichts raus. Aber in Österreich bleibt ja nichts geheim, auch vertrauliche Vernehmungen nicht", so Hoeveler im "profil". "Wenn wir uns sicher sein könnten, dass das, was wir präsentieren, nicht weitergegeben wird, wäre mit Sicherheit viel mehr machbar"

Er, Hoeveler, verstehe daher, dass der EADS-Lobbyist Erhard Steininger und die Werberin Erika Rumpold vor dem Ausschuss ihrer vertraglich festgelegten Verschwiegenheitspflicht nachkommen würden. Schließlich enthielten die Verträge der beiden Betriebsgeheimnisse von EADS, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien. Es sei aber alles korrekt abgerechnet worden, so Hoeveler: "18 Flugzeuge sind noch nicht mal 2,5 Prozent unseres Auftragsbuches. Da riskieren wir doch nicht ins Gefängnis zu gehen".

Die durch das Schweigen von Steininger und Rumpold entstehende "schiefe Optik" sei aber auch für EADS nicht ideal, räumt der Sprecher ein. Hoeveler: "Das stinkt uns ja auch." (APA)