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Zielsprint um Bronze: Felix Gottwald muss die Moansche Überlegenheit anerkennen.

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Sapporo - Das Glück war am Sonntag im WM-Teambewerb der Nordischen Kombinierer in Sapporo nicht auf Seiten der Österreicher. Die Team-Olympiasieger Christoph Bieler, Mario Stecher und Felix Gottwald sowie David Kreiner mussten sich mit Rang vier (+1:12,4 Minuten) begnügen, den sie schon nach dem Springen eingenommen hatten. Finnlands Quartett sicherte sich vor Deutschland (+28,4) und Norwegen (1:12,0) erstmals seit Ramsau 1999 den Titel, Hannu Manninen ist der erste Doppel-Weltmeister der Titelkämpfe.

"Hohes Niveau"

Die Österreicher waren nach fünf Team-Medaillen in Serie zwar erstmals seit 1999 leer ausgegangen, an mangelnder Leistung lag es nach Meinung von Cheftrainer Alexander Diess aber nicht. "Es ist sehr bitter, nach so einer Vorstellung ohne Medaille dazustehen", meinte der Coach. "Auf der Schanze war ein extrem hohes Niveau und im Langlauf haben sie alles probiert."

Die Finnen als Halbzeit-Spitzenreiter und die Norweger hatten im Springen von der Großschanze ein wahres Feuerwerk abgebrannt und sich gegenseitig überboten. Die Österreicher mussten kämpfen, um den Anschluss zu halten, doch das gelang aus diversen Gründen nicht. "Vierte waren wir schon lange nicht mehr", meinte Bieler nach dem Springen. Da war Kreiner bei einem sehr guten Sprung bei 121 m und Stecher bei 132,5 m gelandet, während die Rivalen bei allerdings besserem Aufwind bis auf 140,5 (Espen Rian/NOR) und 142 m (Björn Kircheisen/GER) segelten.

"Nicht das Maximum"

Zwei Kritikpunkte merkten die Österreicher allerdings an. Der Mann an der Ampel hatte Gottwald im ersten Durchgang zwei Mal wegen zu starken Aufwinds vom Balken zurückgeholt (Gottwald: "Haseney hat er aber zuvor bei gleichen Bedingungen abfahren lassen") und im zweiten Durchgang gelang Gottwald der Sprung nicht perfekt. "Da war ich zu früh, das war nicht das Maximum", meinte der Doppel-Olympiasieger.

Seine Ankündigung, "das werde ich im Laufen wieder gutmachen", vermochte er als Schlussmann nicht wahr zu machen. Nachdem Bieler den Rückstand von 22 Sekunden zum drittplatzierten Norweger Havard Klemetsen wett gemacht hatte, gelang es Kreiner und Stecher nicht, ihre skandinavischen Rivalen Espen Rian bzw. Petter Tande zu distanzieren. "Ich habe alles probiert, aber in der Abfahrt ist er wieder herangekommen", meinte der Steirer Stecher.

"Moan war spritziger"

So musste Gottwald gemeinsam mit dem Sprint-WM-Zweiten Moan und nicht wie erhofft rund zehn Sekunden vor ihm in den 5-km-Lauf starten. "So war es eine schwierige Situation für mich", sagte der Doppel-Olympiasieger. Eine Attacke gegen den starken Läufer schien aussichtslos, so habe er sich auf das Finish vorbereitet. "Ich wollte die kleine Chance im Sprint nutzen, aber Moan war spritziger", erklärte Gottwald. "Jetzt haben wir im Einzelbewerb immer noch eine Chance auf Edelmetall."

Bieler war wie seine Kollegen enttäuscht. "Jeder hat eine gute Vorstellung geboten, aber es hat nicht wollen sein", meinte der dreifache Saisonsieger. "Die Medaille haben wir im Springen vergeben, da haben wir nicht die hundertprozentige Leistung gebracht. 10 bis 15 Sekunden weniger Rückstand hätten gereicht." Auch bei den Winterspielen 1998 waren die Österreicher nur mit Team-Rang vier aus Japan heimgereist. "Jetzt haben wir alle gleich viele Medaillen wie der Michi Gruber, das ist auch gerecht", scherzte Bieler in der bitteren Stunde und kehrte den Kämpfer hervor: "Wir kommen wieder, einen Bewerb haben wir noch."

Für die Finnen, die nach dem ersten Lauf-Durchgang von Sebastian Haseney auf Rang zwei verwiesen worden waren, machte Hannu Manninen den Unterschied. Er ließ auf der Schlussrunde den Sprint-WM-Dritten Björn Kircheisen hinter sich und jubelte im Ziel gemeinsam mit Anssi Koivuranta, Janne Ryynänen und Jaakko Tallus.(APA)