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Foto: Reuters/Greaves
Los Angeles - In der Nacht auf Montag ist es soweit: Die Verleihung der 79. Academy Awards steht an - und nie war die Kandidatenschar für die Oscars so vielfältig zusammengesetzt wie in diesem Jahr: Fünf der 20 nominierten Schauspieler sind Afroamerikaner, zwei sind lateinamerikanischer Herkunft und eine stammt aus Asien. Von den fünf Nominierten für die beste Regie kommen gerade einmal zwei aus den Vereinigten Staaten: Während Clint Eastwood für seine Kriegserzählung "Letters from Iwo Jima" nominiert wurde, hofft Martin Scorsese auf eine Auszeichnung für die Regie des Kriminalepos "Departed - Unter Feinden".

Das Hauptfeld

Um den Preis für den besten Film konkurrieren unter anderem das Drama "Babel" des mexikanischen Regisseurs Alejandro Gonzalez Inarritu, die königliche Hofdokumentation "The Queen" des Briten Stephen Frears sowie Eastwoods japanische Kriegserzählung. Regisseur Jonathan Dayton und Valerie Faris schicken die Tragikkomödie "Little Miss Sunshine" ins Rennen, und auch Scorseses "Departed - Unter Feinden" ist für die Auszeichnung als bester Film nominiert.

Bei den Preisen für die besten Hauptrollen gelten Forest Whitaker als ugandischer Diktator Idi Amin in "Der letzte König von Schottland" und Helen Mirren als Königin Elizabeth II. als Favoriten. Hoffnungen auf einen Preis für die beste Nebenrolle können sich Eddy Murphy und Jennifer Hudson in "Dreamgirls" machen. Aber auch die bislang eher unbekannte Rinko Kikuchi aus Japan und Adriana Barraza aus Mexiko (beide in "Babel") sind für die beste weibliche Nebenrolle nominiert.

Musikalische Aspekte

Für die Musik bei der Preisverleihung sorgen in diesem Jahr unter anderem die Sängerinnen Céline Dion, Beyoncé und Melissa Etheridge. Mit ihrem neuen Song "I knew I Loved You" ehrt Dion den italienischen Komponisten Ennio Morricone, der für sein Lebenswerk der Filmmusik mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnet wird. Morricone komponierte mehr als 400 Filmtitel, darunter auch die Musik zu "Es war einmal in Amerika", die Dion als Grundlage für ihren eigenen Song verwendete.

Die "Dreamgirls" Beyoncé, Jennifer Hudson und Anika Noni Rose probten am Freitag drei für den Oscar nominierte Musikstücke des gleichnamigen Films. Etheridge füllte mit ihrer kräftigen Stimme den noch leeren Saal, als sie den nominierten Song "I need to wake up" aus Al Gores Umweltdokumentation "Eine unangenehme Wahrheit" übte. James Taylor und Randy Newman sangen das ebenfalls nominierte Stück "Our Town" aus dem Film "Cars".

Vergleichsweise bescheidene Publikumserfolge

Trotz Glamour und Prominenz ist das Interesse der Öffentlichkeit an den nominierten Filmen in diesem Jahr gering: Mit rund 38,5 Millionen Zuschauern in den USA haben die fünf Kandidaten für den Oscar als bester Film gerade einmal ein Drittel der Menschen erreicht, die vor den Preisverleihungen vergangener Jahre Blockbuster wie "Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" oder "Gladiator" gesehen hatten. (APA/AP)