Wien - Der ehemalige PR-Berater Peter Ott hat in seinem Vertrag mit dem Eurofighter-Hersteller keine Verschwiegenheitsklausel, bei deren Bruch ihm eine "hohe Pönale" droht. Das hat Ott, dessen Firma neben der Werbeagentur des Ehepaars Gernot und Erika Rumpold, "100 Prozent Communications", für die Eurofighter in Österreich geworben hat, bei seiner Zeugenbefragung vor dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss am Dienstag ausgesagt.

Geschäftstätigkeiten nicht preisgegeben

Erika Rumpold und Erhard Steininger, der als Mittelsmann zwischen der Rumpold-Firma und EADS fungierte, hatten sich unter Verweis auf ihre vertragliche Vertraulichkeitspflicht geweigert, vor dem Ausschuss Informationen zu ihren Geschäftstätigkeiten preiszugeben.

Ott konnte sich zwar nicht genau an die Existenz eines Verschwiegenheitspassus in seinem Vertrag mit dem Jet-Produzenten erinnern. Dass er eine Verschwiegenheitsklausel unterzeichnet habe, bei deren Bruch ihm eine hohe Pönale drohe bzw. EADS ihm gegenüber Regressansprüche erheben könne, schloss Ott aber aus. Darauf angesprochen was seiner Meinung nach bei solchen Verträgen unter die Vertraulichkeitspflicht fällt, meinte Ott außerdem, dass das Aufzählen von Inseraten nicht dazu gehöre.

Umstrittene Werbemillionen

Zu Einschätzungen bezüglich des Verbleibs der umstrittenen Werbemillionen seines damaligen "Konkurrenten" "100 % Communications" wollte sich Ott nicht hinreißen lassen. Zu den Werbeausgaben seiner damaligen Firma für EADS gab er allerdings bereitwillig Auskunft. So habe er 730.000 Euro für Einschaltungen im Printmedien aufgewandt. 118.000 Euro seien in Pressefahrten und Medienbeobachtung geflossen. Sein eigenes Honorar bezifferte der jetzige Pensionist, der nach eigenen Angaben auch "Vogelhausgalerist" ist, mit 66.000 Euro.

Ott gab an, von Februar 2002 bis Juni 2003 für EADS gearbeitet zu haben. Dass der Eurofighter-Hersteller ausgerechnet ihn mit der Werbe-Kampagne für die Flieger beauftragt hat, begründete er damit, dass er schon früher für kleinere Projekte von EADS tätig gewesen sei.

Im zweiten oder dritten Monat seiner Tätigkeit habe er dann bemerkt, dass auch die Rumpold-Firma für EADS PR macht: "Ich war enttäuscht und wollte wissen, was da läuft", kommentierte der ÖVP-nahe Berater seine Reaktion auf diese Entdeckung. Seitens des Eurofighter-Produzenten hätte man ihm aber dann erklärt, dass die Rumpold Firma alle "Marketingunternehmungen kommunikativ unterstützt". Der Pensionist erklärte weiters, seine Aktivitäten hätten sich auf PR beschränkt, Kontakte mit Politikern habe er nicht hergestellt.(APA)