Wien - Eine "sofortige Stellungnahme" von Verteidigungsminister Norbert Darabos zu den gestrigen Aussagen des Eurofighter-GesmbH-Chefs Aloysius Rauen hat am Mittwoch BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz gefordert. Rauen hatte in einem Fernsehinterview angegeben, derzeit nicht in Verhandlungen mit dem Verteidigungsministerium über eine Modifikation des Kaufvertrages für die Kampfjets zu stehen. Darabos hatte zuvor von "informellen Gesprächen" mit dem Jet-Produzenten gesprochen.

"Darabos hält Bevölkerung zum Narren"

"Egal ob es sich jetzt um Gespräche mit einem Phantom, dem Portier des Salzamtes, oder einem möglichen Yeti auf den Weiten der Golanhöhen handelt, fix ist: Darabos hält die österreichische Bevölkerung offenbar zum Narren", kritisierte Grosz.

SPÖ-Kräuter: "Erschütternd niveaulose" Aussagen

Empört über die gestrigen "erschütternd niveaulosen" Aussagen Rauens vor dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss hat sich indes der SPÖ-Fraktionsführer im Ausschuss, Günter Kräuter, gezeigt. So habe sich der Eurofighter-Boss um die Frage, ob in der Schmiergeldklausel mit dem Bieter nur die Eurofighter-GmbH und nicht EADS gemeint ist, gedrückt, kritisierte Kräuter am Mittwoch in einer Aussendung. Auch dessen angebliche Unwissenheit bezüglich der Modalitäten von Vermittlerprovisionen von EADS nimmt Kräuter Rauen nicht ab.

Zu den Aussagen Rauens bezüglich der Verhandlungen beziehungsweise "Nicht-Verhandlungen" mit Darabos äußerte sich Kräuter in der Aussendung nicht. Er bekräftigte jedoch seine Unterstützung der "Strategie Darabos' jedenfalls die Ergebnisse des Untersuchungsausschusses abzuwarten". (APA)